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Sportliche Aktivität hat Einfluss auf die Mikroalbuminurie.
 
Kardiologie 10. Mai 2011

Lebensstil und Herz-Gefäßgesundheit

Körperliche Aktivität und hohe Vitamin-C-Plasmaspiegel schützen.

Regelmäßige sportliche Aktivität verringert bei Risikopatienten die Häufigkeit und das Ausmaß der Mikroalbuminurie, einem wichtigen Hinweis auf mangelhafte Gefäßfunktion, und das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse wie Schlaganfall oder Herzinfarkt. 7.480 der insgesamt 21.978 Teilnehmer an der I-SEARCH-Studie betrieben mindestens vier Stunden pro Woche Sport. Bei ihnen war das Risiko für Mikroalbuminurie gegenüber den nicht sportlich Aktiven um 22 Prozent verringert.

Einen ebenfalls positiven Einfluss auf Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen hat eine Ernährung mit einem hohen Obst- und Gemüseanteil. Einen solchen Zusammenhang konnten Forscher erstmals speziell für die Herzinsuffizienz nachweisen. Mit steigendem Vitamin-C-Plasmaspiegel, der auf eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse hinweist, sinkt das Risiko, an Herzinsuffizienz zu erkranken, so die EPIC-Norfolk-Studie. „Mit jedem Anstieg der Vitamin-C-Konzentration um 20 Mikromol/Liter im Blutplasma geht eine relative Reduktion des Herzinsuffizienz-Risikos um neun Prozent einher“, so die Studienautoren.

Ernste Zweifel äußerten hingegen Experten am Gesundheitsnutzen zugesetzter Pflanzenstoffe. So haben pflanzliche Sterine oder Phytosterole, mit denen verschiedene Nahrungsmittel wie Margarine oder Milchprodukte angereichert sind, nicht nur keinen nachgewiesenen Nutzen für die Herzgesundheit, sondern könnten sogar negative Effekte haben. Bevor Lebensmittel mit Phytosterolen empfohlen werden könnten, seien mehr Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit nötig.

„Für das Konzept der Cholesterinresorptionshemmung durch Nahrungsmittelsupplementation mit Phytosterolen liegen keine belastbaren Studienergebnisse vor, die die Wirksamkeit im Hinblick auf Patienten-relevante klinische Endpunkte wie z. B. Schlaganfall- oder Herzinfarktrisiko belegen“, so Dr. Oliver Weingärtner, Universität des Saarlandes, Homburg/Saar. Dazu kommt ein Dosisproblem: Soll durch Phytosterine aus der Nahrung das Cholesterin um zehn Prozent reduziert werden, so wären Mengen von zwei Gramm und mehr pro Tag nötig. Um das über Obst und Gemüse zu erreichen, müssten z. B. 425 Tomaten oder 150 Äpfel am Tag verzehrt werden.“ Werde „Functional Food“ mit solchen Mengen an Phytosterolen angereichert, entspreche dies jedoch nicht dem Ansatz einer „gesunden Ernährung“.

 

Quellen: Pöß et al, Abstract V909, Clin Res Cardiol 100, 2011; Pfister et al, Abstract No. 400, Res Cardiol 100, 2011; Weingärtner et al, Abstract P1305, Clin Res Cardiol 100, 2011

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