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Kardiologie 1. März 2011

Derzeitige klinische Praxis der kardialen Resynchronisationstherapie in Österreich – nationale Ergebnisse aus dem European CRT Survey

Die kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) hat sich in den letzten Jahren zu einer festen Therapiesäule in der Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz etabliert. Richtig eingesetzt senkt diese sowohl Mortalität als auch Morbidität. Allerdings erfordern Patientenauswahl, Implantation und Nachsorge große klinische Expertise. In den Jahren 2008–2010 wurde in 13 europäischen Staaten ein Register durchgeführt (European CRT-Survey der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie – ESC), an dem auch 10 österreichische Zentren teilnahmen und Daten von 156 Patienten beisteuerten. Dies entspricht 6.4 % der insgesamt 2438 erfassten Patienten. Hierbei zeigte sich, dass nur ein Teil der Patienten eine Klasse I-Indikation für eine CRT aufwiesen, wie diese in den großen Studien CARE-HF und COMPANION untersucht worden ist. Noch vor Publikation der Studien MADIT-CRT und RAFT wurden in Österreich wie auch europaweit 22 % der Patienten bereits bei milder Herzinsuffizienz implantiert. 29 % aller CRT-Implantationen waren "Aufrüstungen" bereits bestehender Schrittmachersysteme (europaweit 26 %), um die deletären Effekte einer konventionellen rechtsventrikulären Stimulation zu reduzieren. Mehr als ein Drittel (36 %) aller in Österreich implantierten Patienten wiesen Vorhofflimmern auf (europaweit 23 %, p < 0,0001). Bei 18 % aller Patienten zeigte sich präoperativ keine LVEF < 35 % wie in den Richtlinien gefordert (europaweit 17 %). Der Anteil von biventrikulären Schrittmachern ohne Defibrillatorfunktion (CRT-P) betrug in Österreich 23 % (europaweit 27 %). Hierzulande wurden signifikant häufiger Patienten mit nicht-ischämischer Kardiomyopathie implantiert (56 % versus 40 %, p < 0,0001). Der Frauenanteil betrug 25 % (europaweit 24 %). Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern wird nur ein geringer Anteil der CRT-Implantationen von Kardiologen durchgeführt (Österreich 29 % versus europaweit 89 %; p < 0,0001).

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