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Kardiologie 19. April 2011

Blutdrucksenkung bei älteren Hypertonikern

OSCAR-Studie: Olmesartan alleine oder in Kombination?

Ältere Patienten mit Hypertonie können sowohl mit einem hochdosierten Sartan als auch mit einer Kombination aus Sartan und Kalziumblocker behandelt werden, beide Schemata verhindern kardiovaskuläre Ereignisse und Todesfälle. Die Subgruppenanalyse der OSCAR-Studie (Effect of High-dose Angiotensin II Receptorblocker (ARB) Monotherapie versus ARB plus Calcium-Channel-Blocker Combination on Cardiovascular Events in Japanese Elderly High-Risk Hypertensiv Patients) gibt mehr oder weniger statistisch harte Hinweise auf eine mögliche Differentialtherapie – je nach Risikolage.

Sartane wie auch Kalziumantagonisten sind erste Wahl in der antihypertensiven Therapie älterer Hypertoniker und vermögen die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität in gleichem Ausmaße zu verhindern. Nicht untersucht wurde bisher, ob bei dieser Population möglicherweise die Kombination aus Sartan und Kalziumantagonisten Vorteile gegenüber einer hochdosierten Sartantherapie bringt. Hisao Ogawa von der Kumamoto Universität hat deshalb die OSCAR-Studie initiiert, an der 1.164 ältere Hypertoniker mit hohem kardiovaskulären Risiko teilnahmen, betreut von 134 Zentren.

Einschlusskriterium war die unzureichende Blutdruckeinstellung durch eine Standarddosierung eines Sartans. Außerdem mussten die Patienten zusätzlich entweder eine KHK oder einen Typ-2-Diabetes aufweisen. Nach der Randomisierung erhielten sie entweder eine Hochdosis Olmesartan (40 mg/die) oder die Kombination aus der Standarddosis Olmesartan sowie einen Kalziumantagonisten (u.a. Amlodipin). Als primärer Endpunkt definiert wurde ein umfassendes Konstrukt aus kardiovaskulären Ereignissen, speziell zerebrovaskuläre Erkrankung, KHK, Herzinsuffizienz, andere atherosklerotische Erkrankungen, diabetische Komplikationen, Niereninsuffizienz und schließlich auch die Gesamtsterblichkeit.

In den drei Kontrolljahren der Studie war die Blutdrucksenkung in beiden Gruppen fast ähnlich mit minimalen Vorteilen für das Kombinationsschema. Dieser Vorteil schlug sich jedoch nicht auf den primären Endpunkt nieder.

Die Signifikanz-Schranke wurde jedoch in einer Subgruppenanalyse überschritten, und zwar bei den Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen. Hier war die Kombinationsbehandlung überlegen (34 Ereignisse versus 51 im Monoarm). Anders die Situation bei den Typ-2-Diabetikern: Hier hatte die hochdosierte Sartan-Monotherapie die Nase vorn: Nur 7 Ereignisse versus 14 im Kombiarm. Der Schönheitsfehler: Die Differenz verfehlte die Signifikanz (p = 0.1445). Dennoch empfahl der japanische Forscher, sich bei der Verschreibung an den Risikofaktoren zu orientieren. Liegt neben dem Hochdruck noch eine KHK vor, spricht sich Ogawa für die Kombination aus Standarddosen von Sartan und Kalziumantagonist aus, während bei Diabetikern eventuell der Sartan-Hochdosistherapie der Vorzug gegeben werden könnte.

SpringerMedizin.de/FH, Ärzte Woche 16 /2011

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