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Kardiologie 19. April 2011

Bluthochdruck und Diabetes

AT1-Blocker und Kalziumantagonist gleichwertig.

In der Behandlung von Hypertonikern mit Diabetes sind Valsartan und Amlodipin gleichwertig, mit einem leichten Vorteil für den AT1-Blocker bezüglich der Entwicklung einer Herzinsuffizienz.

Viele Patienten leiden sowohl an Hypertonie als auch an Diabetes. ACE-Hemmer bzw. AT1-Blocker können die Manifestation eines Diabetes hinauszögern, zudem verlangsamen sie die Progression einer diabetischen Nephropathie. Viele Leitlinien empfehlen RAS-Blocker deshalb bei Diabetikern mit Bluthochdruck als Antihypertensiva der ersten Wahl. Doch ob sie dem viel verschriebenen Kalziumantagonisten Amlodipin hier wirklich überlegen sind, wurde nun in einer japanischen Studie untersucht.

In der randomisierten kontrollierten Nagoya Heart Study (Probe Design) behandelte man 1.150 Hypertoniker und entweder Diabetes (82%) oder Prädiabetes (18%) im Schnitt 3,2 Jahre lang entweder mit dem AT1-Blocker Valsartan (Val) oder dem Kalziumantagonisten Amlodipin (Am) als initialem Antihypertonikum. Dieses wurde, wenn nötig, in der Dosis verdoppelt (80-160 mg/d Val bzw. 5-10 mg/d Am), anschließend wurden bei Bedarf Kombinationspartner hinzugegeben. Primärer Studienendpunkt war die Kombination aus Herzinfarkt, Schlaganfall, koronarer Revaskularisation, Krankenhauseinweisung wegen Herzinsuffizienz und plötzlicher Herztod.

Sowohl bezüglich der Blutdrucksenkung als auch des klinischen Endpunktes waren beide Medikamente gleichwertig. 54 Patienten unter Val sowie 56 unter Am hatten einen primären Endpunkt. Bei keinem der einzelnen Endpunkte zeigte sich eine Differenz, nur bei der Herzinsuffizienz: 3 (Val) bzw. 15 (Am) der Patienten wurden wegen Herzschwäche ins Spital eingewiesen. Die Sterblichkeit war statistisch gleich. Der Blutdruck wurde in beiden Gruppen gut kontrolliert (im Schnitt 131/73 mmHg), der Blutzucker ebenso (im Schnitt 6,7% HbA1c).

Somit bestätigen die Ergebnisse dieser Studie diejenigen der IDNT-Studie, die Irbesartan und Amlodipin bei Patienten mit diabetischer Nephropathie verglich. Bezüglich der sekundären kardiovaskulären Endpunkte waren die beiden Medikamente auch in IDNT gleichwertig, mit einem signifikanten Vorteil für das Sartan in Bezug auf die Verhinderung einer Herzinsuffizienz.

SpringerMedizin.de/FH, Ärzte Woche 16 /2011

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