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Prof. Dr. Bernd Eber Vorstand der Abteilung für Innere Medizin (Kardiologie, Intensivmedizin), Klinikum Wels-Grieskirchen
Fotos (2): Haslinger, Keck. PR /APA- Fotoservice/Preiss

Helmut Schulter, Bundesgeschäftsführer des Österreichischen Herzverbandes

 
Kardiologie 6. April 2011

Herzenssache Schlaganfall

Insult infolge von Vorhofflimmern verhindern.

Jährlich erleiden bis zu drei Millionen Menschen weltweit einen durch Vorhofflimmern bedingten Schlaganfall. „1 Mission 1 Million“ ist eine weltweite Aufklärungsinitiative, die 1 Million Euro für Projekte zur Verfügung stellt, die das Ziel unterstützen, 1 Million Schlaganfälle infolge von Vorhofflimmern zu verhindern. In einer öffentlichen Abstimmung wird darüber entschieden, welche Projekte die Förderpreise erhalten.

 

Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung. In Europa sind derzeit 6 Millionen, in den USA 2,5 Millionen und in Österreich 120.000 Personen betroffen, Männern häufiger als Frauen. 70 Prozent dieser Patienten sind zwischen 65 und 85 Jahre alt. „Aufgrund der demografischen Entwicklung ist jedoch mit einem Anstieg in den nächsten 50 Jahren voraussichtlich um das 2,5-fache zu rechnen“, betonte Prof. Dr. Bernd Eber, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin im Klinikum Wels-Grieskirchen.

Menschen mit Vorhofflimmern haben ein bis zu fünffach erhöhtes Schlaganfallrisiko im Vergleich zu Menschen ohne Vorhofflimmern. Die durch Vorhofflimmern bedingten Schlaganfälle sind tendenziell auch schwerwiegender als andere Schlaganfälle und gehen mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Tod und bleibende Behinderungen einher.

Das Wissen um den Zusammenhang zwischen Vorhofflimmern und Schlaganfall ist jedoch gering, wie unter anderem auch „SPEAK about AF“ (Stroke Prevention Education, Awareness and Knowledge) ergab, die größte Umfrage, die jemals unter Patienten mit Vorhofflimmern und Ärzten, welche die Erkrankung behandeln, durchgeführt wurde. Daher wurde eine Aufklärungskampagne gestartet.

Projektvorschläge zur öffentlichen Abstimmung

Die Initiative „1 Mission 1 Million – Herzenssache Schlaganfall“ wird von führenden Gesundheitsexperten und mehr als 40 Organisationen weltweit unterstützt. Insgesamt stehen 32 Förderpreise von 10.000 Euro bis 100.000 Euro in einer Gesamthöhe von 1 Million Euro zur Verfügung. Über die 184 Projektvorschläge, von Einzelpersonen, Patientenorganisationen, Berufsverbänden und Gesundheitszentren aus 36 Ländern eingereicht und von einem Gremium führender Experten auf dem Feld des Vorhofflimmerns geprüft, wird öffentlich abgestimmt. Jeder kann mitmachen und auf der Website www.herzenssacheschlaganfall.at bis 22. Juni 2011 für sein bevorzugtes Projekt abstimmen.

Das österreichische Projekt

Die nationale Kampagne durch den Österreichischen Herzverband möchte Patienten, Angehörige sowie Ärzte über das erhöhte Schlaganfallrisiko bei Patienten mit Vorhofflimmern aufklären und die damit verbundene Gefahr bewusst machen. Die Aufklärungsarbeit beinhaltet intensive Pressearbeit in den sieben Journalen der Landesverbände des Österreichischen Herzverbandes und bei Radiosendern, einen breiten Internet-Auftritt auf der Homepage des Österreichischen Bundesherzverbandes (http://www.herzverband.at) sowie regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen für die österreichische Bevölkerung bei regionalen Gesundheitstagen und in Rehabilitationszentren. Dieses Projekt können Sie durch Abstimmung auf der Homepge des Herzverbandes unterstützen.

 

Quelle: Pressekonferenz „1 Mission 1 Million – Herzenssache Schlaganfall“, 25. März 2011, Wien

Von Dr. Friederike Hörandl, Ärzte Woche 14 /2011

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