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Kardiologie 23. März 2011

Unerwünschte Wirkungen bereden

Nebenwirkungen von Arzneien halten Patienten davon ab, diese zu nutzen – auch bei der Primärprävention von Herzinfarkten.

Nutzen und Risiken von Medikamenten sollten Patienten schon bei der Verordnung der Präventions-Arzneien erläutert werden.

 

Die Zustimmung alter Patienten, Arzneien zur Primärprävention von Herzinfarkten einzunehmen, hängt im Wesentlichen von deren unterwünschten Wirkungen ab. Das hat eine Studie ergeben, in der 356 Menschen im mittleren Alter von 76 Jahren in Einzelinterviews befragt wurden (Arch Int Med 2011 online).

Das auf den ersten Blick überraschende Ergebnis: Alter, Geschlecht, Einkommen, Ausbildung, Familienstand, Gesundheitszustand der Studienteilnehmer oder die Zahl einzunehmender Medikamente hatte keinen Einfluss auf den Grad der Akzeptanz. Im Mittelpunkt stand vielmehr der Nutzen. So waren 88 Prozent der Teilnehmer bereit, Arzneien zur Primärprävention von Herzinfarkten einzunehmen, wenn die garantiert sechs von hundert Menschen vor einem Infarkt schützten.

Akzeptanzprobleme

Diese Risikoreduktion entspreche dem, was eine medikamentöse Prävention erreichen könne, so Prof. Dr. Terri A. Fried von der Yale University School of Medicine, Connecticut, USA, und ihre Kollegen. 82 Prozent würden die Arzneien auch dann nehmen, wenn nur drei von hundert Patienten ein Herzinfarkt erspart bliebe.

Anders, wenn nach unerwünschten Arzneimittelwirkungen gefragt wurde: 50 bis 70 Prozent der Senioren gaben an, auf die Medikamente zu verzichten – auch dann, wenn die unerwünschten Wirkungen mild sind, wie beispielsweise leichte Müdigkeit oder Übelkeit.

Die Konsequenz für die Autoren: Werden alten Menschen Arzneien zur Infarkt-Primärprophylaxe verordnet, müsse sowohl über den Nutzen als auch über Nebenwirkungen gesprochen werden.

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