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Kardiologie 23. März 2011

Ernährung kein Schutz

Zwischen Nahrungsfaktoren und Arrhythmie-Risiko scheint keine Assoziation zu bestehen.

Die Art der Ernährung scheint keinen Einfluss auf die Entstehung von Vorhofflimmern zu haben, wie aus neuen Daten der Framingham-Studie hervorgeht. Selbst Omega-3-Fettsäuren zeigen keine Wirkung gegen diese Rhythmusstörung.

 

Faktoren des Lebensstils einschließlich Ernährung können die Entwicklung von kardiovaskulären Erkrankungen positiv oder negativ beeinflussen. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass etwa die Ernährungsweise auch Auswirkungen auf die Entwicklung von Herzrhythmusstörungen und speziell Vorhofflimmern haben kann. Bisher ergibt sich dazu aus den vorliegenden Studiendaten aber noch kein klares Bild.

Eine Gruppe um Dr. Jian Shen aus Boston ist deshalb dieser Frage in der „Framingham Heart Study“, einem Klassiker der epidemiologischen Herzforschung, in prospektiver Weise nachgegangen (Am J Clin Nutr 2010; online). Die Forscher haben bei 4.526 Personen vier Jahre lang alle Fälle eines erstmals aufgetretenen Vorhofflimmerns registriert. Diese Arrhythmie-Fälle sind dann in Beziehung zu den per Fragebogen erfassten Ernährungsgewohnheiten der Studienteilnehmer gesetzt worden.

Im Beobachtungszeitraum entwickelten 296 Personen ein Vorhofflimmern. In der multivariaten Analyse war allerdings keine Assoziation zwischen Nahrungsfaktoren und Arrhythmie-Risiko festzustellen. Weder der Konsum von Alkohol oder koffeinhaltigem Kaffee noch eine faserreiche oder an Omega-3-Fettsäuren (Fisch) reiche Kost schienen von Bedeutung für die Inzidenz von Vorhofflimmern zu sein.

Auch in einer randomisierten, prospektiven und placebokontrollierten Studie von P. Kowey und seinen Mitarbeiter an 663 ambulanten Patienten mit paroxysmalem (n = 543) und persistierendem (121) Vorhofflimmern konnte die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren die Häufigkeit von Vorhofflimmern oder -flattern gegenüber Placebo nicht reduzieren.

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