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Kardiologie 23. März 2011

Herz und Demenz

Vorhofflimmern und Schlaganfall – diese Konstellation erhöht das Demenzrisiko.

Vorhofflimmern bei einem Patienten mit Schlaganfall in der Vorgeschichte – diese klinische Konstellation verheißt nichts Gutes: Sie signalisiert nach Ergebnissen einer neuen Studienübersicht ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Demenz.

 

Vorhofflimmern erhöht das Risiko für ischämische Schlaganfälle. Etwa 15 bis 20 Prozent aller Schlaganfälle werden auf diese häufigste Herzrhythmusstörung zurückgeführt. Hirninsulte könnten wiederum zur Beeinträchtigung kognitiver Funktionen und zur Demenz führen.

Ein Forscherteam um Dr. Phyo Kyaw Myint aus Norfolk hat systematisch die Literatur nach Studien zum Zusammenhang zwischen Vorhofflimmern und Demenz durchforstet und deren gepoolte Daten analysiert. Daten aus 15 prospektiven Beobachtungsstudien, in denen 46.637 Personen (Durchschnittsalter: 72 Jahre) mit und ohne Vorhofflimmern über unterschiedlich lange Zeiträume nachbeobachtet worden waren, flossen in diese Metaanalyse ein (Neurology 2011; 76: 914-922).

Die Auswertung aller gepoolten Daten ergab, dass Personen mit Vorhofflimmern insgesamt ein doppelt so hohes Demenzrisiko hatten wie Personen ohne diese Arrhythmie. Allerdings variierten die Ergebnisse der Studien in Abhängigkeit davon, ob die Studienteilnehmer mit Vorhofflimmern auch einen Schlaganfall erlitten hatten oder nicht. In den sieben Studien, an denen ausschließlich Patienten mit Schlaganfall beteiligt waren, war Vorhofflimmern mit einem signifikant um den Faktor 2,4 höheren Risiko für die Entwicklung einer Demenz assoziiert. Von den Patienten mit Vorhofflimmern und Hirninsult entwickelten 25 Prozent im Studienzeitraum eine Demenz.

In den Studien mit einem breiteren Spektrum von Teilnehmern war die Assoziation von Vorhofflimmern und Demenz hingegen weniger eindeutig; hier besteht, so die Autoren, weiterhin eine „beträchtliche Unsicherheit“.

 

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