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Kardiologie 1. Jänner 2011

LDL-Cholesterin in der Sekundärprävention: Zielwert-Erreichung unter Lipidsenkern in Praxis und Spital in Österreich (ZIEL)

HINTERGRUND: Ein spital-basiertes Screening Projekt (HSP) in Österreich dokumentierte eine LDL-C Zielwert-Erreichung von 47% der Hochrisikopatienten (Ziel < 100 mg/dl) und 24% der Höchstrisikopatienten (Ziel < 70 mg/dl) ohne getrennte Angaben zu Männern und Frauen. Unsere Untersuchung prüft, ob sich die Zielwert-Erreichung bei Patienten mit klinisch manifester Atherosklerose und/oder Diabetes mellitus (DM) in einer stabilen Behandlungssituation mit Lipidsenkern zwischen Spital und Praxis und zwischen Männern und Frauen unterscheidet. PATIENTEN UND METHODE: In 49 österreichischen Zentren (36 niedergelassene Ärzte, 13 Spitalsärzte) wurde von September bis November 2007 vaskuläre Morbidität, Lipid- und Therapiestatus bei Patienten mit hohem Risiko (Atherosklerose oder DM, n = 978) und höchstem Risiko (KHK und DM oder akutes Koronarsyndrom, n = 322) erhoben und die Zielwert-Erreichung dokumentiert. ERGEBNISSE: Von den 1300 Patienten wiesen 75% hohes und 25% höchstes Risiko auf, wobei die LDL-C Ziele in 45,4% bzw. 26,4% der Patienten erreicht wurden (p < 0,001). Männer und Frauen wiesen einen vergleichbaren Anteil an Höchstrisikopatienten (26,4% (M) vs. 22,9% (F), NS) und eine vergleichbare Zielwerterreichung (hohes Risiko: 47,2% (M) vs. 43,8% (F), NS und höchstes Risiko: 29,1% (M) vs. 22,4% (F), NS) auf. Bei hohem Risiko wurden die Ziele in der Praxis bei 41,6% vs. im Spital bei 57,9% erreicht (p < 0,001), bei höchstem Risiko in der Praxis bei 15,9% vs. im Spital bei 45,2% erreicht (p < 0,001). Die niedrigere Zielwert-Erreichung in der Praxis trotz intensiverer Lipidintervention dürfte durch ein ungünstigeres Ausgangslipidprofil erklärbar sein. Sowohl im Spital als auch in der Praxis erfolgt bei LDL-C>100 mg/dl bei ca. 70% der Patienten eine Therapie-Intensivierung, meist durch Wechsel auf ein hochpotentes Statin. Bei LDL-C zwischen 70–100 mg/dl erfolgt jedoch weder bei Hoch- noch bei Höchstrisikopatienten eine Therapie-Intensivierung (< 5%). SCHLUSSFOLGERUNG: Sowohl in der Praxis als auch im Spital in Österreich besteht, weitgehend parallel zu europäischen Analysen, weiterhin beträchtliches Verbesserungspotential in der Lipidzielwert-Erreichung bei kardiovaskulären Hoch- und Höchstrisikopatienten.

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