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Kardiologie 8. Februar 2011

Symptomatische Herzinsuffizienz

Omega-3-Fettsäuren stärken schwache Herzen.

Eine Behandlung mit Omega-3-Fettsäuren in hoher Dosierung scheint bei Herzinsuffizienz die kardiale Funktion verbessern zu können.

 

Eine Behandlung mit mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren (n-3 PUFAs) senkt bei Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz die Sterberate und verringert die Zahl der Krankenhausaufenthalte infolge Herz-Kreislauf-Beschwerden. In der 2008 publizierten GISSI-HF-Studie, an der 6.975 Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz beteiligt waren, verringerte diese Behandlung die Gesamtsterberate relativ um 9 Prozent (27,3 versus 29,1  Prozent) und den kombinierten Endpunkt aus Gesamtmortalität und Krankenhauseinweisungen infolge Herz-Kreislauf-Beschwerden um 8 Prozent (56,7 versus 59,0 Prozent). Welche Mechanismen dieser günstigen prognostischen Wirkung von n-3 PUFAs bei Herzinsuffizienz zugrundeliegen, ist derzeit noch unklar.

Hinweise auf mögliche Wirkmechanismen

Eine Arbeitsgruppe um Dr. Savina Nodari aus Brescia liefert mit ihrer Studie nun erste Hinweise auf mögliche Wirkmechanismen. Nach ihren Ergebnissen verbessert eine n-3-PUFA-Behandlung in hoher Dosierung echokardiografische Parameter der linksventrikulären systolischen und diastolischen Funktion sowie die funktionelle Kapazität (J Am Coll Cardiol 2011 online).

Die Forscher haben in ihre placebokontrollierte Studie 133 Patienten mit symptomarmer stabiler Herzinsuffizienz (überwiegend NYHA-II-Stadium) auf Basis einer nicht ischämisch bedingten dilatativen Kardiomyopathie aufgenommen. Aufgeteilt auf zwei Gruppen erhielten die Teilnehmer zusätzlich zu einer leitliniengerechten Standardtherapie (ACE-Hemmer, Betablocker, Diuretikum) ein Jahr lang täglich entweder zwei Kapseln mit n-3-PUFAs (850 bis 882 mg Eicosapentaensäure- und Docosahexaensäure-Ethylester pro Kapsel) oder Placebo-Kapseln.

In der n-3-PUFA-Gruppe war nach zwölf Monaten ein moderater, aber signifikanter Anstieg der linksventrikulären Auswurffraktion von initial 36 Prozent auf 39 Prozent zu verzeichnen (relative Zunahme: 10,4 Prozent). In der Placebo-Gruppe kam es in der gleichen Zeit zu einer Abnahme dieses Parameters von 37 Prozent auf 35 Prozent (relative Abnahme um 5,0 Prozent).

Messungen der maximalen Sauerstoffaufnahme (peak VO2) ergaben in der n-3-PUFA-Gruppe einen Anstieg um 6,2 Prozent, in der Placebo-Gruppe dagegen einen Abfall um 4,5 Prozent. Die Belastungsdauer wurde bei den mit n-3-PUFA-Kapseln behandelten Patienten um 7,5 Prozent erhöht, bei gleichzeitiger Abnahme um 4,8 Prozent unter Placebo.

Die Verbesserung funktioneller Parameter spiegelte sich in der n-3-PUFA-Gruppe auch in einer Verbesserung – entsprechend einer Abnahme – der mittleren NYHA-Klasse wider, während in der Placebo-Gruppe eine weitere Verschlechterung zu beobachten war.

Klinikeinweisungen reduziert

Die Studie war statistisch nicht darauf ausgelegt, Unterschiede bei den klinischen Ereignissen aufdecken zu können. Gleichwohl sprechen die Ergebnisse zugunsten der n-3-PUFA-Behandlung: Die Rate durch Herzinsuffizienz bedingter Klinikeinweisungen wurde damit von 30 Prozent (Placebo) auf sechs Prozent reduziert.

 

Quelle: SpringerMedizin.de basierend auf: Nodari S et al. Am Coll Cardiol, doi:10.1016/j.acc.2010.11.017 (Published online 5 January 2011)

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