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Foto: Medizinische Universität Innsbruck
Neu: Herzkatheterintervention im Herzkatheterlabor der Universitätsklinik für Innere Medizin III Innsbruck.
 
Kardiologie 8. September 2010

Schirmchen verschließt Klappenleck

Erstmals wurde in Österreich eine neue Herzkatheterintervention durchgeführt.

Bis vor kurzem war für manche Patienten nach einer bereits erfolgten Implantierung einer Herzklappenprothese ein erneuter Eingriff zu risikoreich. Nun wurde auf der Universität Innsbruck eine schonendere therapeutische Alternative mittels Herzkatheterintervention durchgeführt.

 

Erstmals hat in Österreich ein Ärzteteam der Inneren Medizin III sowie der Anästhesie der Medizinischen Universität Innsbruck bei einem 74-jährigen Patienten ein paravalvuläres Herzklappenprothesenleck mittels Katheterintervention erfolgreich verschlossen. Der Patient verspürte bereits am Tag nach dem Eingriff eine klare Besserung seiner durch das Leck ausgelösten Atemnot und konnte einen weiteren Tag später bereits nach Hause entlassen werden. Drei Monate nach dem Eingriff berichtet der Patient über eine deutlich gebesserte Alltagsbelastbarkeit.

Schirmchen für Leckverschluss

Der Eingriff passierte über einen minimalen Katheterzugang in der rechten Leistenvene, der über den rechten Vorhof, die Vorhofscheidewand und den linken Vorhof des Herzens läuft. Das Prothesenleck wurde nach einer Punktion der Vorhofscheidewand vom linken Vorhof aussondiert. Anschließend wurde ein Minischirmchen direkt neben der ansonsten funktionstüchtigen Mitralklappenprothese implantiert. Das Minischirmchen verschloss das Leck. Der Eingriff bei dem 74-jährigen Patienten wurde in Kurznarkose durchgeführt und mittels Echtzeit-3D-Echokardiografie gesteuert.

„Es gibt immer mehr voroperierte Herz-PatientInnen, die einerseits Zweiterkrankungen entwickeln, andererseits aufgrund der heute höheren Lebenserwartung grundsätzlich älter werden. Für diese Patientengruppe bedeutet die konventionelle Weise einer Operation mit Brustkorböffnung ein Risiko. Deshalb rechnen wir mit einem steigenden Bedarf für diesen schonenden Eingriff“, erklärt PD Dr. Thomas Bartel, Klinische Abteilung für Kardiologie, Medizinische Universität Innsbruck.

MedUni Innsbruck, Ärzte Woche 36 /2010

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