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Kardiologie 1. Mai 2010

Akute Herzerkrankung bei einem jungen Patienten mit Campylobacter jejuni Infektion: ein Fallbericht

EINLEITUNG: Die infektiöse Myokarditis stellt einen lebensbedrohlichen Zustand dar, der zu Herzrhythmusstörungen, dilatativer Cardiomyopathie und Herzversagen führen kann. Eine Myokarditis kann durch eine Vielzahl an unterschiedlichen Ursachen infektiöser Genese ausgelöst werden, wobei eine Infektion mit Enteroviren die häufigste Ursache darstellt.

FALLPRÄSENTATION: Wir präsentieren einen selten österreichischen Fall einer bakteriell induzierten Myokarditis bei einem 19. jährigen immunkompetenten Mann ohne kardiale Risikofaktoren. Vier Tage vor Beginn der kardialen Symptomatik mit heftigem linksseitigen Thoraxschmerz hatte der Patient eine akute Gastroenteritis entwickelt. Das initiale Elektrokardiogramm zeigte eine Sinustachykardie, Rechtsherzbelastung und Zeichen eines Myokardschadens. Herzenzyme Kreatinkinase und Troponin T waren zu Maximumwerten von 627 U/l und 0,52 ng/ml erhöht. Stuhlkulturen enthüllten das Vorliegen von Campylobacter jejuni als einzige Infektionsquelle. Die klinische Diagnose einer bakteriell induzierten Myokarditis wurde durch spezifische radiologische Zeichen der Inflammation mittels kardialer Magnetresonanztomographie bestätigt.

SCHLUSSFOLGERUNG: In den letzten Jahren, anstelle der Durchführung von Myokardbiopsien, kann die klinische Diagnose einer bakteriell-induzierten Myokarditis durch spezifische radiologische Befunde in Kombination mit positiven Stuhlkulturen auf Enterobacteriaceae bestätigt werden. Aufgrund der ansteigenden Zahl von Campylobacter Infektionen, sollte die Myokarditis zwar als seltene aber relevante extraintestinale Komplikation auch bei immunkompetenten Patienten mit Campylobacter jejuni Gastroenteritis angesehen werden.

Christina Kratzer, Florian Wolf, Wolfgang Graninger, Michael Weissel, Wiener klinische Wochenschrift 9/10/2010

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