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Foto: UKG
Prof. Dr. Henri Wallaschofski und Prof. Dr. Matthias Nauck vor dem NMR-Spektroskopie-Gerät (Metabolic-Profiler), mit dem der gesamte Stoffwechselstatus analysiert werden kann.
 
Kardiologie 1. Juni 2010

Wenig Testosteron verkürzt das Leben

Männer mit einer niedrigen Testosteronkonzentration zur Zeit der Erstuntersuchung, so die Ergebnisse einer im European Heart Journal veröffentlichten Studie, verstarben im Vergleich zu jenen mit normaler Konzentration häufiger an Herz-Kreislauferkrankungen.

Als Basis dienten die Untersuchungsdaten und Blutproben der seit über zehn Jahren laufenden Greifswalder Bevölkerungsstudie „Gesundheit in Vorpommern“ SHIP (Study of Health in Pomerania) mit über 4.000 Probanden. Für die Testosteron-Studie wurden die Untersuchungsergebnisse von den rund 2.000 männlichen SHIP-Teilnehmern analysiert. Niedrige Testosteronspiegel führen demnach zu gesundheitlichen Störungen und damit zu einer vermehrten Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen und erhöhten Gesundheitskosten im ambulanten Bereich.

 

Maßgeblich beteiligt waren an der Studie Wissenschafter des Instituts für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Nauck und Prof. Dr. Henri Wallaschofski, Prof. Dr. Stefan Felix von der Kardiologie und Prof. Dr. Henry Völzke von der Community Medicine der Universität Greifswald sowie Prof. Dr. Christof Schöfl von der Universität Erlangen-Nürnberg.

Die NMR-Spektroskopie wurde als analytische Methode eingesetzt. „Die Magnetische Resonanzspektroskopie ermöglicht in der Labormedizin ein molekulares Abbild aus entnommenen Körperflüssigkeiten“, erläutert Institutsdirektor Nauck. „Damit können neuartige Einblicke in den Stoffwechsel und auftretende Störungen gewonnen sowie individualisierte Therapieansätze erschlossen werden.“

Hormonbedingte Störungen

Anhand der Daten der SHIP-Studie konnte belegt werden, dass eine erniedrigte Testosteronkonzentration häufig mit Fettleibigkeit, Fettstoffwechselstörungen und einer Leberverfettung verknüpft ist. Zudem zeigte sich, dass ein niedriger Testosteronspiegel für die Entstehung von Bluthochdruck und Diabetes mit verantwortlich ist. „Diese hormonbedingten Stoffwechselstörungen sind bei Männern mit einem frühen Tod verknüpft“, betont Wallaschofski. Das habe die Auswertung der Verlaufsbeobachtung von bereits verstorbenen Teilnehmern der Studie ergeben.

Hormonersatz möglich

Bei 15 bis 20 Prozent der untersuchten Männer über dem 50. Lebensjahr wurde im Rahmen von SHIP eine erniedrigte Testosteronkonzentration nachgewiesen. „In Zukunft wird die hormonelle Vorsorge beim reifen Mann genauso selbstverständlich werden wie bei der Frau“, sagt Wallaschofski.

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