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Kardiologie 1. April 2010

Primäre perkutane Koronarintervention bei ST-Hebungsinfarkt in Österreich: Ergebnisse des österreichischen Akut-PCI Registers 2005 – 2007

HINTERGRUND: Die primäre perkutane Koronarintervention (PPCI) ist die Therapie der Wahl zur Behandlung des akuten ST-Hebungsinfarktes (STEMI). Die Implementierung von Therapienetzwerken und Registern, welche Rückschlüsse auf die aktuelle Qualität der Infarkttherapie erlauben, sind Schlüsselelemente für eine optimierte Therapie im akuten ST-Hebungsinfarkt.

ZIEL: Ziel war es, die angiographische und intrahospitale Erfolgs- sowie Komplikationsrate der interventionellen Infarkttherapie bei ST-Hebungsinfarkt in Österreich zu analysieren.

METHODIK: Für die Analyse wurden 4016 Patienten, welche in einem Zeitraum von 3 Jahren seit Implementierung des österreichischen Akut-PCI Registers im Januar 2005 konsekutiv erfasst wurden, berücksichtigt.

ERGEBNISSE: Die Rate der PPCI als Indikation für akute Koronarintervention ist von 83,5 % im Jahr 2005 auf 92,4 % im Jahr 2007 angestiegen (P < 0,0001). Die mediane Zeit von Spitalseintritt zur Reperfusion (="door-to-balloon time") konnte von 60,0 Minuten (40,0 – 90,0) im Jahr 2005 auf 53,0 (30,0 – 80,0) Minuten im Jahr 2007 reduziert werden (P = 0,012). Darüber hinaus ist der Anteil der Patienten, welche eine adäquate antithrombotische Therapie mit ASS/Heparin und Clopidogrel erhielten, 2007 signifikant größer gewesen als 2005 (78,8 % vs. 85,1 % und 67,8 % vs. 90,3 %; P < 0,001). Die intrahospitale Mortalität betrug 9,6 % bei Intervention nach erfolgloser Lyse, 6,4 % bei Lyse- oder GpIIbIIIa Inhibitor-Therapie gefolgt von PCI (="facilitated PCI") und 5,1 % bei PPCI. Mittels multivariater Analyse konnte gezeigt werden, dass kardiogener Schock (OR: 20,21; 95 % CI: 12,21 – 33,44; P < 0,001), Reanimation (OR: 2,62; 95 % CI: 1,47 – 4,69; P = 0,01), Alter (OR: 1,04; 95 % CI: 1,02 – 1,06; P < 0,001) und die angiographische Erfolgs-rate (OR: 5,93; 95 % CI: 3,33 – 10,57; P < 0,001) unabhängige Prädiktoren der intrahospitalen Mortalität waren.

KONKLUSION: Fortwährende Bestrebungen zur Etablierung lokaler Netzwerke, um das Management des akuten ST-Hebungsinfarktes zu optimieren, haben im Beobachtungszeitraum von 2005 bis 2007 zu einer Verkürzung der "door-to-balloon time" sowie einer verbesserten antithrombotischen Therapie geführt und waren mit einer intrahospitalen Mortalität von 5 % assoziiert. Diese Ergebnisse entsprechen den internationalen Erfolgsraten und stehen im Einklang mit rezenten Richtlinien und vergleichbaren Registern.

Jakob Dörler, Hannes Franz Alber, Johann Altenberger, Gerhard Bonner, Werner Benzer, Georg Grimm, Kurt Huber, Lalit Kaltenbach, Karl-Peter Pfeiffer, Herwig Schuchlenz, Peter Siostrzonek, Gerald Zenker, Otmar Pachinger, Franz Weidinger, Wiener klinische Wochenschrift 7/8/2010

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