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Kardiologie 7. April 2010

Hoher Blutdruck im Akutfall von Vorteil

Paradoxon der Intensivstation

Bei Patienten, die mit Brustschmerzen in der Intensivstation aufgenommen werden, ist ein hoher systolischer Blutdruck mit einer besseren Prognose assoziiert.

Bluthochdruck, der nach einer Ruhephase gemessen wird, gehört zu den besterforschten Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen. „Allerdings ist noch wenig bekannt über das Verhältnis zwischen Blutdruck während akutem Stress, wie etwa bei akuten Brustschmerzen, und darauf folgender Mortalität“, schreiben Forscher der schwedischen Universität Linkoping in einer aktuellen Studie. Sie setzten die Sterberate zum systolischen Blutdruck in Beziehung, wobei der Blutdruck bei der Aufnahme in die Intensivstation in Rückenlage gemessen wurde. Die Studie schloss Daten von 119.151 Patienten aller schwedischer Spitäler zwischen 1997 und 2007 ein. Sie wurden in folgende Quartile aufgeteilt: Q1 (unter 128 mm Hg), Q2 (128 bis 144 mm Hg), Q3 (145 bis 162 mm Hg) und Q4 (über 163 mm Hg). Bei den Intensivpatienten mit Brustschmerzen fanden die Forscher eine inverse Assoziation zwischen Blutdruck und Ein-Jahres-Mortalität. Nach Bereinigung für verschiedene Faktoren hatten Personen aus Q1 das höchste Sterberisiko, diejenigen aus Q4 hatten hingegen die beste Prognose. Dies galt auch für Patienten mit diagnostizierter ischämischer Herzerkrankung und solche, die einen Herzinfarkt entwickeln.

Quelle: Stenestrand, U. et al.: Journal of the American Medical Association 2010; 303(12): 1167–72

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