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Weitere Untersuchungen sind notwendig, um die Langzeitfolgen beider Stent-Varianten bewerten zu können.
 
Kardiologie 30. März 2010

Ambivalente Ergebnisse

Stents nach ST-Hebungsinfarkt: Ob sie besser unbeschichtet bleiben oder Medikamente freisetzen sollen, bleibt unklar.

Obwohl es mit Medikamente freisetzenden Stents seltener zu unerwünschten kardialen Ereignissen kommt, ist die kardiale Mortalität bei unbeschichteten Stents geringer.

Langzeitauswirkungen von unbeschichteten Stents (Bare-metal stents, BMS) im Vergleich zu solchen, die Medikamente freisetzen (Drug-Eluting Stents, DES), waren bei Patienten nach ST-Hebungsinfarkt (STEMI) bislang noch nicht ausreichend erforscht. Nun schlossen dänische Forscher eine dreijährige Studie mit 626 STEMI-Patienten ab. Diese hatten innerhalb von 12 Stunden eine koronare Angioplastie (PCI) erhalten und wurden randomisiert auf eine der beiden Stent-Gruppe aufgeteilt. Am Ende der Studie war das Ergebnis „durchwachsen“: Patienten der BMS-Gruppe erlitten häufiger Ereignisse, die weitere Stenosetherapien notwendig machten. Die Patienten der DES-Gruppe hatten hingegen eine höhere Mortalitätsrate im Zusammenhang mit kardialen Problemen. Über sechs Prozent der DES-Studie waren verstorben, in der BMS-Studie waren es fast zwei Prozent.

Die Schlüsselbotschaft ist laut Dr. Peter Clemmenson, Kopenhagener Universitätsspital und Präsident der Dänischen Herzstiftung, „dass wir gezeigt haben, dass trotz verringerter kardialer Nebenwirkungen die kardialer Mortalität in der DES-Gruppe signifikant höher war.“ Somit bleiben die Ergebnisse widersprüchlich. Weitere Untersuchungen sind notwendig, um die Langzeitfolgen der beiden Stent-Typen bewerten zu können.

 

Dr. Peter Clemmensen: „Long-term Outcome After Drug-Eluting versus Bare-Metal Stent Implantation in Patients with ST-Elevation Myocardial Infarction, Three-year Follow-up of the DEDICATION Trial“. ACC-Kongress 2010 des American College of Cardiology, Atlanta, USA, 14. bis 16. März 2010

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