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Kardiologie 23. Dezember 2009

Mehr ist eben doch mehr

Erhöhtes Cholesterin – erhöhtes Risiko für Herzinsuffizienz

Mit erhöhten Cholesterinwerten wird ein erhöhtes Risiko für Myokardinfarkte assoziiert, doch eine Untersuchung der Framingham Heart Study legt die Hypothese nahe, dass es auch einen direkten Effekt der Lipide auf die Funktion des Herzmuskels geben könnte.

 

„Falls Lipide das Herzgewebe infiltrieren, könnte dies erklären, warum Diabetiker für Herzinsuffizienz prädisponiert scheinen“, erklärte Dr. Daniel Levy. Er und sein Team analysierten das Verhältnis zwischen Lipidwerten und Herzinsuffizienz bei 6.860 Teilnehmern der Framingham Heart Study (Durchschnittsalter 44 Jahre, 54 Prozent Frauen). Zu Beginn der Untersuchung wies niemand eine kardiale Erkrankung auf; nach 26 Jahren Nachbeobachtung hatten 680 Teilnehmer eine Herzinsuffizienz entwickelt. Basierend auf den Lipidwerten zu Beginn der Studie, betrug die Inzidenz 12,8 Prozent bei Teilnehmern mit niedrigem HDL und 6,1 Prozent bei Teilnehmern mit guten HDL-Werten (mindestens 55 mg/dL bei Männern und 65 mg/dL bei Frauen, außerdem 13,8 Prozent bei Teilnehmern mit hohen Werten von non-HDL, einschließlich LDL und Triglyceride). Daraus ergab sich folgendes Risiko einer Herzinsuffizienz: 29 Prozent höher bei hohem non-HDL-Cholesterin und 40 Prozent niedriger bei hohem HDL-Cholesterin.

„Die größte Überraschung war die Stärke der inversen Beziehung zwischen HDL und dem Risiko einer Herzinsuffizienz“, kommentierte Levy. „Dies deutet auf langfristige Vorteile einer cholesterinsenkenden Behandlung für die Prävention von Herzinsuffizienz hin – ein Einfluss, der weit über den Effekt bezüglich der Vermeidung von Myokardinfarkten hinausgeht.“

AHA/LUH/PH, Ärzte Woche 50 /2009

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