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Kardiologie 1. November 2009

Roboterassistierte laparoskopische Cardiomyotomie

GRUNDLAGEN: Roboterassistierte laparoskopische Eingriffe gewinnen an Popularität. Speziell mikrochirurgische laparoskopische Eingriffe, komplexe Manöver wie intrakorporale händische Anastomosen oder ein kleines, schwerer erreichbares Operationsfeld stellen ideale Indikationen für den Einsatz eines Operationsroboters dar. METHODIK: Universitätsklinik mit reichlicher Erfahrung in Roboterchirurgie. Es wurde die ersten sechs roboterassistierten laparoskopischen Cardiomyotomien an Achalasiepatienten in Österreich durchgeführt. Detaillierte Beschreibung der Operationstechnik, Literaturübersicht und Diskussion. ERGEBNISSE: Die roboterassistierten laparoskopischen Cardiomyotomien stellten für das in Roboterchirurgie und laparoskopischer Myotomie erfahrene Operationsteam keine spezielle Schwierigkeit dar; der postoperative Verlauf der Patienten war komplikationslos. Die Operationszeit betrug 236 min. (220–316) Minuten, davon 38 min. (25–47) für den Aufbau des Roboters. Intra- und postoperativ gab es keine Komplikationen. 6 Monate postoperativ haben 5 von 6 Patienten keine signifikante Dysphagie und keiner Refluxsymptome. Es gibt bereits Fallberichte, kleinere Serien und auch Studien über dieses Thema. Allen gemeinsam ist die positive Beurteilung der Methode. Die Mukosa-Perforationsrate ist signifikant geringer, allerdings müssen höhere Kosten in Kauf genommen werden. Im Rahmen der Lernkurve wird von einer längeren Operationszeit berichtet. DISKUSSION: Trotz insgesamt positiver Bewertung der Methode müssen die doch deutlich höheren Kosten den potenziellen Folgen einer (vielleicht unerkannten) Mukosaperforation gegenübergestellt werden. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die laparoskopische Cardiomyotomie ist die erste laparoskopische "Standardoperation", bei der klinisch ein klarer Vorteil gegenüber der konventionell laparoskopischen Operation herausgearbeitet werden konnte. Im Rahmen der Verfügbarkeit eines solchen Operationsroboters sollte er für die laparoskopische Cardiomyotomie eingesetzt werden.

Heinz F. Wykypiel, Johannes Bodner, Florian Augustin, Oliver Renz, Elisabeth Hoeller, Thomas Schmid, Wiener klinische Wochenschrift 21/22/2009

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