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Kardiologie 6. Oktober 2009

Meilensteine in der Kardiologie

Aktuelle Ergebnisse erfordern eine Neupositionierung interventioneller Strategien bei KHK.

2008 und 2009 wurden mehrere Studien auf dem Gebiet der interventionellen Therapie der KHK veröffentlicht. Prof. Dr. Otmar Pachinger, Klinische Abteilung für Kardiologie, Univ.-Klinik für Innere Medizin, Medizinische Universität Innsbruck, stellte bei der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Kardiologie in Salzburg einige Ergebnisse vor.

 

TRITON-TIMI-38 demonstrierte die Überlegenheit von Prasugrel gegenüber Clopidogrel bei akutem Koronarsyndrom und geplanter PCI (perkutane koronare Intervention). 13.608 Patienten erhielten randomisiert entweder Clopidogrel oder Prasugrel. Im Hinblick auf kardiovaskulären Tod, Myokardinfarkt und Insult war Prasugrel signifikant überlegen (p<0,001), allerdings traten auch signifikant häufiger Blutungskomplikationen auf.

Patienten mit STEMI in TRITON-TIMI-38 (n=3.534), die eine primäre oder sekundäre PCI erhielten, zeigten im Hinblick auf alle Wirksamkeitsendpunkte (ischämische Ereignisse, Stentthrombose, Gesamtmortalität) nach 30 Tagen einen Vorteil von Prasugrel ohne Steigerung der Blutungsereignisse. „Diese Daten machen Prasugrel bei Patienten mit PCI nach STEMI zu einer besonders attraktiven Alternative zu Clopidogrel“, stellte Pachinger fest. Bei spezifischen Patientencharakteristika (STEMI, Diabetiker) findet sich kein erhöhtes Blutungsrisiko, während dieses in anderen Gruppen (ältere Patienten, niedriges Gewicht) eklatant ist.

Als zweite wichtige Studie nannte Pachinger HORIZONS-AMI, in der 3.602 Patienten mit STEMI mit einem Symptombeginn ≤12 Stunden randomisiert entweder unfraktioniertes Heparin zusammen mit einem GP-IIb/IIIa-Inhibitor (Abciximab oder Eptifibatide) oder eine Bivalirudin-Monotherapie erhielten. In der Folge wurde nach einer Angiographie entweder operativ bzw. interventionell vorgegangen (CABG, primäre PCI) oder nur medikamentös behandelt.

Schwere Blutungen konnten in den ersten 30 Tagen unter Bivalirudin signifikant reduziert werden (4,9% vs. 8,3%), während sich die Häufigkeit schwerer kardiovaskulärer Ereignisse nicht signifikant unterschied. „Das Stenting ist bei akutem Myokardinfarkt lebensrettend“, betonte Pachinger. „Mit neuen antithrombotischen Regimes wie Bivalirudin können Blutungskomplikationen reduziert werden.“

Stentthrombosen manifestierten sich unabhängig vom Stenttyp im ersten Jahr mit einer Häufigkeit von 3,3 Prozent. „Diese Komplikation ist nach wie vor bedeutsam“, hob Pachinger hervor. Für die Gesamtinzidenz war die Art der antithrombotischen Therapie nicht ausschlaggebend, ein akuter Verschluss zeigte allerdings eine größere Assoziation mit Bivalirudin, ein verzögerter mit Heparin plus GP-IIb/IIIa-Inhibitoren.

Von Dr. Judith Moser, Ärzte Woche 41 /2009

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