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Kardiologie 23. September 2009

Synkope revisited

Die überarbeitete Leitlinie der ESC wartet mit einer neuen Definition auf und gibt grünes Licht für Autofahrer. Die Definition für die Synkope wurde ergänzt und lautet neu: Eine vorübergehende Bewusstlosigkeit durch eine vorübergehende zerebrale Hypoperfusion, die rasch auftritt, kurz andauert und von der sich Betroffene spontan vollständig erholen. Hinzugefügt wurde der Passus mit dem verminderten zerebralen Blutfluss, um die Ätiologie mitzuberücksichtigen und den Kollaps somit präziser gegen Vorfälle mit anderen Ursachen abzugrenzen. Ferner werden drei Subtypen unterschieden: die reflexvermittelte Synkope, die orthostatische Hypotension und die kardiale Synkope. Bei der Erstellung der Leitlinie wurden drei Ziele verfolgt: erstens, Fehldiagnosen und ungeeignete Behandlungen zu verhindern, zweitens, die Lebensqualität der Betroffenen zu erhöhen, und drittens, Langzeitfolgen zu erkennen und zu reduzieren, vor allem bei der kardialen Synkope. Betont wird die wichtige Rolle von interdisziplinären Betreuungseinheiten, wo eine Risikostratifikation und ein leitliniengerechtes Management für Patienten sichergestellt wird.

Ob Synkopenpatienten Auto fahren dürfen oder nicht, wurde kontrovers diskutiert. Neuere Daten zeigen, dass Verkehrsunfälle in dieser Gruppe nicht häufiger vorkommen. Im Gegenteil: Junge Autofahrer unter 24 und ältere verunglücken sogar öfter. Daher, so die Schlussfolgerung, soll es keine Einschränkungen geben, mit Ausnahme von Patienten mit kardialer Synkope, bei denen noch keine effektive Therapie gewährleistet ist.

 

Download der aktualisierten Leitlinie: http://www.escardio.org/guidelines-surveys/esc-guidelines/GuidelinesDocuments/guidelines-syncope-FT.pdf

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