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Kardiologie 23. September 2009

Paradigmenwechsel bei der Endokarditis

Prävention statt Prophylaxe lautet die Devise. Außerdem soll früher und häufiger operiert werden.

Nachdem die letzten Jahre neue Erkenntnisse über die Epidemiologie der infektiösen Endokarditis (IE) und Fortschritte in der Diagnostik und Therapie gebracht haben, wurde die Leitlinie nun grundlegend überarbeitet.

 

Ein Forderung schickte der Vorsitzende der Leitlinienkommission Dr. Gilbert Habib (Marseille, Frankreich) voraus: Die Therapie der IE muss unbedingt in spezialisierten Zentren stattfinden und multidisziplinär angepackt werden. Fachleute aus den Bereichen Kardiologie, Herzchirurgie und Infektiologie müssen dabei eng zusammenarbeiten. Nur so ließe sich die Mortalität in dem Zentrum, in dem Habib tätig ist, deutlich senken.

Eine wichtige Veränderung in der neuen Leitlinie ist das Abrücken von der antimikrobiellen Vorbeugung zugunsten der Prävention: Antibiotische Prophylaxe wird nur noch bei Hochrisikopatienten empfohlen, da die Effektivität wissenschaftlich nicht ausreichend gesichert ist. Stattdessen soll das Erkrankungsrisiko durch gute Mundhygiene und besonderes Augenmerk auf die Zahngesundheit gesenkt werden.

Im Bereich der Diagnostik wird die Echokardiografie aufgewertet. Operationen müssen wesentlich früher und häufiger als ursprünglich empfohlen eingeleitet werden. Erstmals werden daher in dieser aktualisierten Leitlinie Kriterien für die Bestimmung des optimalen Zeitpunkts für chirurgische Eingriffe informiert angegeben.

 

Download der aktualisierten Leitlinie: http://www.escardio.org/guidelines-surveys/esc-guidelines/GuidelinesDocuments/guidelines-IE-FT.pdf

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