zur Navigation zum Inhalt
Foto: PhotoDisc
Vor der Ausweitung des Nichtraucherschutzes erlitten wesentlich mehr Männer akute Infarkte, als das jetzt der Fall ist.
 
Kardiologie 22. September 2009

Rauchverbote senken Herzinfarktrate

Nach Einführung des allgemeinen Rauchverbots in öffentlichen Räumen in Island im Juni 2007 kam es unter männlichen Nichtrauchern zu einem Rückgang an akuten Herzereignissen um 21 Prozent, berichtete das Team um Dr. Thorarinn Gudnason vom Universitätskrankenhaus in Reykjavik, Island. Allerdings konnte bei Frauen kein solcher Rückgang beobachtet werden.

Dass sich allgemeine Rauchverbote sehr rasch und nicht erst langfristig positiv auf die Herzgesundheit der Bevölkerung auswirken, haben bereits Studien aus Italien, Irland und Schottland gezeigt. Rauchen trägt nicht nur zu chronischen Gesundheitsschäden bei. Tabakrauch kann auch an akuten Problemen in den Herzgefäßen beteiligt sein, so zum Beispiel an der Bildung von Blutgerinnseln, die die Gefäße verschließen und zum gefährlichen akuten Herzinfarkt führen.

 

Die isländische Studie konzentrierte sich auf Nichtraucher und zeigt auf, wie sehr Rauchverbote im öffentlichen Raum auch zur Vermeidung von akuten Herzproblemen als Folge des Passivrauchens beitragen können. „Eine Reduktion von akuten Herzinfarkten um 21 Prozent entspricht einer Rate, die sonst nur mit hochpotenten kardiovaskulären Therapien erreicht werden kann“, sagte Studienleiter Dr. Gudnason. „Warum es hier unseren Daten zufolge Unterschiede nach Geschlecht gibt, ist noch nicht geklärt und bedarf weiterenr Untersuchungen.“

„Seit das Rauchen in immer mehr europäischen Ländern aus dem öffentlichen Leben verschwindet, liegen uns auch immer mehr Daten über die positiven Effekte solcher gesetzlicher Maßnahmen für die Herzgesundheit vor“, kommentiert Prof. Dr. Eckart Fleck von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) die aktuelle Studie. Es gehe hier nicht nur um die Vermeidung chronischer Schäden, sondern auch akuter Erkrankungen, und zwar bei Nichtrauchern genauso wie bei Rauchern, so Fleck: „Deshalb sind möglichst weitreichende Rauchverbote aus gesundheitspolitischer Sicht so wichtig, wenn das auch nicht von allen leicht eingesehen wird.“

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben