zur Navigation zum Inhalt
 
Kardiologie 22. September 2009

Myokardinfarkte früher erkennen

Ein neuer Bluttest zum Nachweis von Troponin T ermöglicht eine frühere und präzisere Herzinfarkt- und Risikodiagnostik als herkömmliche Testverfahren. Das ist das Ergebnis einer Studie, die von Dr. Michael Weber, Kerckhoff Klinik Bad Nauheim, Deutschland, vorgestellt wurde.

Bei Herzinfarktverdacht kommt es auf Minuten an. Die Diagnose des akuten Infarkts hat sich im letzten Jahrzehnt durch die Einführung von Bluttests für den Nachweis von kardialem Troponin deutlich verbessert. Mit einem neuen hochsensiblen Test ist jetzt eine noch frühere und präzisere Herzinfarkt-Diagnose möglich, darüber hinaus erlaubt das Verfahren auch genauere prognostische Aussagen.

 

Bei Troponin handelt es sich um ein Eiweiß, das im Blut vorhanden ist, wenn Herzmuskelzellen absterben. Allerdings waren bisherige Tests nicht in der Lage, einen akuten Herzinfarkt bereits in einem sehr frühen Stadium nachzuweisen. „Die Verwendung unseres neuen Tests im klinischen Alltag bringt großen medizinischen, aber auch wirtschaftlichen Nutzen“, ist Dr. Michael Weber überzeugt.

Für die aktuelle Studie wurden über einen Zeitraum von zwei Jahren insgesamt 1.023 Patienten, die mit Brustschmerzen stationär aufgenommen worden waren, untersucht. Die Ergebnisse des herkömmlichen Troponin-Test (TnT) wurden mit jenen der neuen Testmethode verglichen. Bei 68 Prozent der Patienten war der herkömmliche Test Tropinin-positiv, beim hochsensiblen neuen Untersuchungsverfahren (hsTnT) waren es 86 Prozent.

Innerhalb der Kohorte waren 329 Patienten zum Zeitpunkt der Aufnahme TnT-negativ. Bei 133 Patienten von ihnen (40 Prozent) hätte der akute Herzinfarkt mit dem hsTnT-Test korrekt diagnostiziert werden können (was einer Sensitivität von 82 Prozent und einer Spezifizität von 67 Prozent entspricht).

Besonders auffällig war der Unterschied in der Präzision der Tests bei Patienten, die sehr früh – innerhalb von vier Stunden – nach dem akuten Infarkt eingeliefert wurden. Hier wurden mit dem herkömmlichen Test 49 Prozent, mit dem neuen Test hingegen 83 Prozent der Patienten korrekt diagnostiziert (siehe Grafik).

In einem statistischen Modell, das eine große Anzahle von unterschiedlichen klinischen Faktoren berücksichtigte, waren erhöhte hsTnT-Werte ein starker Indikator für erhöhte Mortalität, während TnT in diesem Modell an Aussagekraft verlor.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben