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Foto: pixelio.de / Lichtbild Austria
Patienten, die viel Kaffee tranken, ernährten sich weniger mediterran.
 
Kardiologie 22. September 2009

Hoher Koffeinkonsum kann zu Arrhythmien führen

Italienische Forscher untersuchten die Assoziation zwischen Ernährungsgewohnheiten und Herzrhythmusstörungen.

„Unser Ziel war, den Zusammenhang zwischen Diäten und Vorhofflimmern, einer der häufigsten Formen der Arrhythmie, zu untersuchen. Dabei konzentrierten wir uns auf Kaffee und Koffeinkonsum“, erläuterte Prof. Dr. Anna Vittoria Mattioli von der Universität Modena in Italien.

 

„Wir fragten Patienten, die aufgrund einer ersten Episode von Vorhofflimmern in die Klinik kamen, danach, was sie in den letzten 24 Stunden zu sich genommen hatten.“ Dabei wurde erfasst, ob und wie sehr sich die Befragten mediterran ernährt hatten und wie viel Kaffee sie getrunken hatten. Der Kaffeekonsum wurde nicht nur nach der Menge kategorisiert, sondern auch nach der Zubereitung (Filterkaffee, Espresso, koffeinfrei, Cappuccino). Weitere Koffeinquellen wie etwa Colagetränke, Schokolade oder Tee wurden ebenfalls erfasst.

Die Analyse erbrachte folgende Ergebnisse: Patienten mit Vorhofflimmern hatten sich im Vergleich zur Kontrollgruppe weniger mediterran ernährt, wobei die aufgenommene Gesamtkalorienmenge etwa gleich hoch war. In der Arrhythmiegruppe standen rotes Fleisch und Vollmilchprodukte häufiger auf dem Speiseplan, die aufgenommene Menge an Antioxidanzien war jedoch geringer als in der Kontrollgruppe. Patienten mit Vorhofflimmern nahmen relativ gesehen einen größeren Anteil der Antioxidanzien mit Kaffee und weniger aus anderen Quellen wie Gemüse, Obst oder Wein. Diese Patienten nahmen überhaupt mehr Koffein zu sich als die Kontrollgruppe. Patienten mit hohem Koffein- und Kaffeekonsum entwickelten mit höherer Wahrscheinlichkeit ein Vorhofflimmern.

Bioaktiver Mix im Kaffee

Zuvor war in mehreren Studien darauf hingewiesen worden, dass Kaffee Antioxidanzien enthält. Die Frage, die sich laut Mattioli nun aber stellt, ist, inwiefern diese Stoffe aus dem Kaffee bioaktiv sind. Es wäre denkbar, dass das Getränk mehrere bioaktive Bestandteile aufweist, von denen einige gesundheitlich gesehen von Vorteil sind, während andere möglicherweise ein Risiko darstellen. Jedenfalls kommen die Forscher zum Schluss, dass ein hoher Kaffeekonsum bei Menschen ohne vorbekannte kardiale Erkrankung das Risiko für Arrhythmien erhöht.

 

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