zur Navigation zum Inhalt
 
Kardiologie 8. September 2009

KHK-Risikostratifizierung

Innsbrucker Studie untersucht prognostischen Wert von Biomarkern.

Biomarker werden zunehmend zur Risikostratifizierung auch bei Patienten mit stabiler koronarer Herzerkrankung (KHK) verwendet, wobei der Stellenwert der einzelnen vorgeschlagenen Marker in Zusammenschau mehrerer Biomarker und der klassischen Risikofaktoren noch weiter evaluiert werden muss. NT-proBNP zeigte die stärkste prognostische Relevanz.

 

Untersucht wurden 548 konsekutive Patienten im Zeitraum von März 2004 bis April 2005, die aufgrund des klinisches Verdachts auf eine KHK zur Herzkatheterdiagnostik an die Innsbrucker Abteilung zugewiesen wurden. Patienten mit akutem Koronarsyndrom, Herzvitium oder Herztransplantation wurden ausgeschlossen.

Methodik: N-terminales pro B-Typ natriuretisches Peptid (NT-proBNP), high sensitivity C-reaktives Protein (hs-CRP), Gamma-Glutamyltransferase (Gamma-GT) wurden im Rahmen der Routinelabordiagnostik vor der Koronarangiographie (CAG) bestimmt. Der Schweregrad der KHK wurde nach angiographischen Kriterien erhoben und die Ventrikelfunktion bestimmt. Mortalität und klinische Endpunkte wurden anhand von Analyse der Todesfallmeldedaten und Krankengeschichten bzw. mittels Telefoninterview erhoben.

Biomarker prognostisch relevant

Ergebnisse: Der durchschnittliche Nachbeobachtungszeitraum war 34 Monate. Die Mortalitätsrate betrug 10,2 Prozent, die Rate des kombinierten Endpunktes (Tod oder klinisches Ereignis) 31 Prozent. In der univariaten Analyse waren bis auf Diabetes mellitus und erhöhte Kreatininwerte die klassischen Risikofaktoren zum Zeitpunkt der CAG für den weiteren Verlauf von keiner prognostischen Relevanz bezüglich Mortalität und kombinierten Endpunkt. Der Schweregrad der KHK und ein Zustand nach Bypasschirurgie bzw. Stentimplantation und die Ventrikelfunktion waren prognostisch relevant. NT-pro-BNP, hs-CRP und Gamma-GT waren signifikante univariate Prädiktoren der Mortalität, nur NT-proBNP war ein signifikanter Marker für den kombinierten Endpunkt. In der Alter und Geschlecht adjustierten multivariaten Analyse war NT-proBNP der stärkste Prädiktor des kombinierten Endpunktes. Alle drei Laborparameter blieben unabhängige Risikomarker der Mortalität.

Schlussfolgerungen: Im Vergleich mit anderen Biomarkern und klassischen Risikofaktoren zeigte NT-proBNP die stärkste prognostische Relevanz bei Patienten mit stabiler KHK und ist ein vielversprechender Risikomarker, jedoch müssen unmittelbare therapeutische Konsequenzen erst durch zukünftige Interventionsstudien belegt werden.

 

E. Bode, T.Wuppinger, T. Bode, H. Mair, Universitätsklinik für Innere Medizin III, Kardiologie;

H. Ulmer, Department für Medizinische Statistik, Informatik und Gesundheitsökonomie; MedUni, Innsbruck

Quelle: Wien Klin Wochenschr (2009) 121/15-16, © Springer-Verlag 2009

E. Bode, T.Wuppinger, T. Bode, H. Mair, H. Ulmer, Ärzte Woche 38 /2009

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben