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Kardiologie 8. September 2009

Ausmaß der KHK als Risikoabschätzung

Der angiografische Status der koronaren Herzkrankheit (KHK) ist ein einfacher, aber wesentlicher Prädiktor der Gesamtmortalität.

Verschiedene, zum Teil komplexe Score-Systeme wurden entwickelt, um bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) die Koronaranatomie zu beschreiben, um die optimale Revaskularisationsstrategie zu entwickeln. Ein Ärzteteam im Klinikum Wels-Grieskirchen untersuchte die prädiktive Wertigkeit einfacher prognostischer Faktoren wie das Ausmaß der KHK in Bezug auf das Überleben.

 

Es wurden in einem prospektiven Studiendesign 1.500 Patienten, die an unserer Abteilung koronarangiografiert wurden, im Mittel über vier Jahre nachbeobachtet. Als relevante KHK wurde ein Stenoseausmaß von > 50 Prozent des linken Hauptstamms oder > 70 Prozent der großen epikardialen Kranzgefäße definiert. Das Ausmaß der KHK wurde als normale Koronarien, Sklerose ohne Stenose, Ein-, Zwei-, Dreigefäßerkrankung sowie Hauptstammstenose quantifiziert. Primärer Endpunkt war die Gesamtmortalität. Die Analyse erfolgte mittels Log-rank-Test und multivariablen Cox-Proportional-Hazards-Modellen.

Der primäre Endpunkt trat in der Nachbeobachtungszeit bei 208 Patienten (13,8 %) auf. Es zeigte sich ein direkter Zusammenhang zwischen Ausmaß der KHK und dem primären Endpunkt: Die Sterblichkeit betrug 6,5 Prozent, 10,3 Prozent, 11,0 Prozent, 18,8 Prozent, 22,9 Prozent und 26,4 Prozent bei normalen Koronarien, Koronarsklerose, 1- und 2-Gefäßerkrankung, Hauptstammstenose und 3-Gefäßerkrankung (p < 0,0001). In der multivariaten Cox-Analyse war das Ausmaß der KHK neben Alter, Diabetes, Linksventrikelfunktion und Vorhofflimmern ein unabhängiger Prädiktor der Mortalität. Die Ergebnisse zeigen, dass das Ausmaß der KHK in unserem Patientenkollektiv ein leicht erhebbarer, unabhängiger und signifikanter Prädiktor für die Gesamtmortalität war.

 

M. Ammer, T. Weber, M. Porodko, E. Lassnig, Ch. Punzengruber, M. Rammer, B. Eber, Klinikum Wels-Grieskirchen GmbH, 2. Interne Abteilung Schwerpunkt Kardiologie/Intensivmedizin

 

Quelle: Wien Klin Wochenschr (2009) 12/15-16, © Springer-Verlag 2009

Von Dr. Marcus Ammer, Dr. Thomas Weber, Dr. Michael Porodko, Dr. Elisabeth Lassnig, Prof. Dr. Christian Punzengruber, Dr. Martin Rammer, Prof. Dr. Bernd Eber, Ärzte Woche 38 /2009

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