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Foto: Klin. Abt. f. Kardiologie
Prof. Dr. Friedrich Fruhwald Klinische Abteilung für Kardiologie, MedUni Graz
 
Kardiologie 1. September 2009

Telemedizin bei Herzschwäche

Innovativer Telemonitoring-Ansatz mittels Handy reduziert Anzahl und Dauer von Krankenhausaufenthalten.

Mit dem Abschluss der MOBITEL-Studie, welche an der Klinischen Abteilung für Kardiologie der MedUni Graz durchgeführt wurde, ist es erstmals gelungen, ein weit verbreitetes Kommunikationsmittel – nämlich das Handy – als Mittel zur telemedizinischen Betreuung von Herzschwächepatienten erfolgreich einzusetzen.

Herzschwächepatienten hatten bisher ein hohes Risiko, durch eine Verschlechterung ihres kardialen Zustandes in stationäre Behandlung zu kommen. Die nun abgeschlossene und im Journal of Medical Internet Research publizierte Studie belegt, dass die Entstehung solcher kritischen Zustände durch eine strukturierte, sichere, sowie orts- und zeitunabhängige Kommunikation zwischen Arzt und Patient per Telemonitoring oft frühzeitig erkannt und abgewendet werden kann. „Daraus ergibt sich das Potenzial, sowohl die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen zu verbessern, als auch die Kosten für die stationäre Betreuung zu senken“, erklärt der Leiter der Studie, Prof. Dr. Friedrich Fruhwald von der Klinischen Abteilung für Kardiologie.

Für die Studie wurden 120 Herzschwächepatienten an acht österreichischen Krankenhäusern mit Handy, Waage und Blutdruckmesser ausgestattet. Während des sechsmonatigen Beobachtungszeitraums übertrugen sie täglich ihre Vitalparameter (Blutdruck, Herzfrequenz, Körpergewicht, Medikamenteneinnahme) an eine Monitoringzentrale, über die die Daten von den betreuenden Ärzten online eingesehen werden konnten. Wurden vordefinierte Grenzwerte überschritten, benachrichtigte das System die zuständigen Ärzte automatisch, wodurch die jeweilige Situation individuell bewertet und Maßnahmen, z. B. eine Medikamentenanpassung, vorgenommen werden konnten.

Das mobilfunkbasierte Telemonitoring-System wurde von einem Forscherteam des AIT Austrian Institute of Technology (eHealth-Gruppe des Safety & Security Departments) unter der Leitung von Doz. DI Dr. Günter Schreier entwickelt. „Der direkte Vergleich ergab, dass in der telemedizinisch betreuten Gruppe im Gegensatz zur Vergleichsgruppe ohne Telemonitoring nur die halbe Anzahl von Krankenhausaufenthalten notwendig war, und die Aufenthalte um ein Drittel kürzer ausfielen“, so Dozent Schreier.

 

 

Quelle: Scherr, D. et al. Journal of Medical Internet Research 2009;11(3):e34), doi:10.2196/jmir.1252

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Fussnote: #################### #########################

MedUni Graz/PH, Ärzte Woche 36 /2009

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