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Kardiologie 17. August 2009

Mini-Kunstherz erstmals in Heidelberg implantiert

Weltweit zum ersten Mal haben Heidelberger Herzchirurgen ein Miniatur-Kunstherz implantiert. Wie das Universitätsklinikum erst am Montag (17. August) mitteilte, erhielt eine 50-jährige Patientin Ende Juli das 92 Gramm leichte Gerät. "Wir wollten zunächst abwarten, wie es der schwer kranken Frau hinterher geht", erklärte Oberarzt Arjang Ruhparwar. "Die Patientin hat den dreieinhalbstündigen Eingriff gut überstanden und ist wohlauf." Sie habe an einer Herzschwäche gelitten.

Nun unterstützt das Kunstherz dauerhaft das Herz der Frau und pumpt das Blut aus der geschwächten linken Herzkammer in die Hauptschlagader. Es ist so klein, dass es in den Herzbeutel eingebettet wird. Frühere Pumpen wogen mehr als ein Kilogramm und passten nicht in den Brustkorb, hieß es. "Ähnlich wie beim Handy geht der Trend dahin, immer kleinere und leichtere Geräte zu entwickeln", sagte Ruhparwar.

Das neue Gerät sei das derzeit weltweit kleinste und könne die Funktion der linken Herzkammer vollständig ersetzen. Weiters arbeite es besonders leise und effektiv. "Außerdem kann bei ihm der Fluss des Blutes genau gemessen werden", so der Mediziner. Bisherige Geräte hätten nur einen ungefähren Wert geliefert. Bei dem Mini-Kunstherz handelt es sich den Angaben zufolge um die fünfte Generation des sogenannten DeBakey-Herzens. Dieses war in den 90er Jahren in Zusammenarbeit mit der US-Raumfahrtbehörde NASA von dem Herzspezialisten Michael DeBakey entwickelt worden.

Das Mini-Gerät ermöglicht den Patienten laut Klinik ein nahezu normales Leben. Nur eine Sache hat auch modernste Forschung noch nicht behoben: "Die Stromquelle ist immer noch außerhalb des Körpers", erläuterte Ruhparwar. Auf der rechten Seite des Körpers führe darum ein Kabel aus dem Körper heraus zu einer Batterie. Diese sei - ähnlich wie eine Handytasche - an einem Gürtel befestigt.

apa.at

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