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Impfen 10. Februar 2016

Gegen Krebs impfen

Die hohe HPV-Impfrate in Australien scheint nun Früchte zu tragen; Mädchen haben weniger Vorstufen und Genitalwarzen.

Mehr Impfen gegen HPV, fordern Experten: Daten aus Australien zeigen, dass die Zervixkrebsvorstufen zurückgehen.

In Australien liegt die Impfrate gegen das Humane Papillomaviren (HPV) bei über 80 Prozent. „Praktisch jeder Gebärmutterhalskrebs steht mit Humanen-Papilloma-Viren in Verbindung“, sagte Medizin-Nobelpreisträger Prof. Dr. Harald zur Hausen auf einer Veranstaltung in Zusammenhang mit der Krebspräventionsinitiative „Du bist kostbar – Hessen gegen Krebs“. Die HPV-Vakzine seien ein sicher und effektiv zur Vorbeugung des Zervixkarzinoms, so der Experte.

Positive Zahlen aus Australien

Aber die HPV-Impfung kann noch mehr: Denn die Zahl der Genitalwarzen bei Mädchen und Frauen ist in Australien nach Einführung eines HPV-Impfprogramms deutlich zurückgegangen. Im Jahr 2007 hatte das Land das Schulimpfprogramm gestartet und kostenlose Impfungen für Mädchen im Alter von 12 bis 13 Jahren angeboten ( BMJ 2013; 346: 2942ff ).

Auch die Zahl der Zervixkrebsvorstufen hat sich in Australien bereits deutlich verringert. Für zur Hausen ist das ein Hinweis darauf, dass in Zukunft auch die Zahl der Zervixkarzinome zurückgehen wird. Für konkrete Aussagen sei es derzeit aber noch zu früh: „Zwischen Infektion und einer Krebserkrankung können 15 bis 30 Jahre liegen.“

Eine HPV-Impfung schütze allerdings nicht nur Mädchen. Denn von den rund 200 verschiedenen HPV-Typen stünden viele im Verdacht, auch andere Krebsarten auszulösen, sagte zur Hausen. Dazu gehörten etwa Kopf-Hals-Tumoren und Analkarzinome. Daher könnten auch Jungen direkt von einer HPV-Impfung profitieren.

Hierzulande können sich Mädchen und Buben in der vierten Schulstufe (ab dem 9. Geburtstag) kostenlos im Rahmen des bestehenden Schulimpfprogramms gegen HPV impfen lassen. In manchen Gemeinden ist das auch bis zum 12. Geburtstag möglich. Bis 15 Jahre (bis 26 Jahre in Niederösterreich) kann noch zum vergünstigten Selbstkostenpreis nachgeimpft werden.

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