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Impfen 7. April 2015

FSME-Gefahr in ganz Österreich

Auch dieses Jahr wirbt eine Informationskampagne für eine flächendeckende Imnpfung der Bürger.

Darüber sind sich Impf-Experten einig: Eine FSME-Virus-Infektion, durch Zecken als Vektoren, ist im gesamten Bundesbereich möglich. Eine vollständige Immunisierung der Bevölkerung wäre wünschenswert. Die Apo-App der Österreichischen Apothekerkammer soll unter anderem dabei helfen, den eigenen Impfstatus im Auge zu behalten.

„Zwar weist Österreich mit 85 Prozent die europaweit höchste Impfrate gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auf. Allerdings sind damit auch all jene Personen erfasst, die irgendwann einmal geimpft wurden. Nach Impfschema und damit vollständig immunisiert sind nicht einmal die Hälfte (46 Prozent) aller Österreicherinnen und Österreicher“, berichtet Mag. Dr. Christiane Körner, Präsidentin des Vereins zur Förderung der Impfaufklärung.

„Damit liegt der Anteil der korrekt gegen FSME-geimpften Personen im Zehn-Jahre-Vergleich so niedrig wie noch nie“, warnt Dr. Rudolf Schmitzberger, Impfreferent der Österreichischen Ärztekammer. „Der Hauptgrund, warum so viele Österreicherinnen und Österreicher nicht „korrekt“ geimpft seien, ist der oftmals fehlende Überblick über den eigenen Impfstatus. 76 Prozent derer, die 2014 eigentlich eine Auffrischung gebraucht hätten, gingen deshalb nicht zur Impfung, weil sie meinten, sie seien noch gar nicht dran. „Ich appelliere daher an alle, ihren FSME-Impfstatus regelmäßig zu überprüfen und im Zweifelsfall eine neuerliche Grundimmunisierung oder Auffrischung vornehmen zu lassen. Wer meint, er sei nicht gefährdet, dem sei gesagt: Zecken lauern auch auf städtischen Spielplätzen und in ‚Beserlparks‘. Auf Risiko spielen, lohnt sich daher nicht. Wer sich im Grünen aufhält, sollte geimpft sein. Das gilt besonders für Kinder“, sagt Schmitzberger.

Auffrischungsimpfung: alle fünf Jahre, Senioren alle drei

Die WHO hat in einem Positionspapier im Jahr 2011 erstmalig nachdrücklich darauf hingewiesen, dass FSME eine wichtige und bedeutende Infektionskrankheit des Zentralnervensystems in allen endemischen Regionen darstellt, berichtet Prof. Dr. Herwig Kollaritsch, Leiter Epidemiologie und Reisemedizin am Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin. „Die jährlichen Fallzahlen betragen um 10.000 bis 12.000 Erkrankungen, wobei die Dunkelziffer wesentlich höher liegen dürfte.“

„Die Immunitätsdauer nach der FSME-Impfung ist vom Alter der geimpften Person und der Zahl der vorangegangenen Schutzimpfungen abhängig. Die derzeitigen Empfehlungen für die Auffrischungsimpfung im 5-Jahres-Rhythmus bzw. ab 60 Jahren im 3-Jahresrhythmus sind begründet und anzuraten“, sagt der Impf-Experte. „Zur Frage nach der Titer-Bestimmung“ betont Kollaritsch, „dass die übliche Titerbestimmung sich nur zur Bestimmung eines Status quo der Antikörper eignet, jedoch keine Aussage über die Wirksamkeit der Antikörper geben kann. Und sie eignet sich nicht zur prognostischen Aussage hinsichtlich der Schutzdauer“.

„Wesentlich ist, dass nicht nur die relativ großen weiblichen Zecken FSME-Viren in sich tragen können. Für uns Menschen sind vermutlich die Nymphen, möglicherweise auch die Männchen und ganz selten auch die Larven, als Überträger der FSME eine Gefahr“, berichtet der stellvertretende Leiter des Institutes für Parasitologie an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, Dr. Georg Duscher. „Die zirka 1 mm großen Nymphen scheinen dabei die Hauptgefahr darzustellen und auch sie übertragen FSME sofort mit dem ersten Stich, werden aber, aufgrund ihrer Winzigkeit, oft nicht bemerkt“.

„Der einzige Schutz vor einer Infektion mit FSME ist die Impfung“, erinnert der Vize-Präsident der Österreichischen Apothekerkammer, Dr. Christian Müller-Uri. „Die österreichischen Apotheken bieten auch heuer wieder die FSME-Impfstoffe bis 31. Juli 2015 zu einem Sonderpreis an.“ „Unterstützung bietet auch die kostenlose Apo-App der Österreichischen Apothekerkammer“, sagt Müller-Uri. Diese informiert neben allen am Markt befindlichen Medikamenten auch über sämtliche Impfstoffe, empfohlene Impfungen und alle durch Impfungen vermeidbaren Erkrankungen. Die App kann auch als elektronischen Impfpass genutzt werden. Ebenso sind die offiziellen Impfempfehlungen für alle Altersgruppen des Gesundheitsministeriums mit der App abrufbar. Auch persönliche Erinnerungen für die nächste Auffrischungsimpfung können erstellt werden. Somit wird keine Impfung mehr vergessen und der Impfschutz ist durchgehend dokumentiert.

„Mit Impfungen haben Mediziner ein Mittel zur Hand, das Krankheiten verhindern kann. Die FSME-Impfung ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um sich und seine Angehörigen zu schützen. Fragen Sie Ihren Arzt. Informieren Sie sich bei ihrem Apotheker. Fürchten Sie sich bitte nicht vor der Schutzimpfung, sondern vor dem, was ohne sie passieren kann“, appelliert Körner abschließend.

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