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© Tatyana Sokolova / iStock / Thinkstock
 
Impfen 26. Jänner 2015

Impfung als Doppelschutz

Ansteckungsrisiko als Argument

Unter dem Motto „Vom Wissen zum Handeln“ bot der interdisziplinäre Impftag 2015 – im Vorfeld des diesjährigen Balls der Pharmacie – Mitte Jänner in Wien Gelegenheit, Themen wie Impfmüdigkeit und Angst vor Nebenwirkungen zu diskutieren. Präsentiert wurden auch die Neuerungen des Österreichischen Impfplans und aktuelle Entwicklungen am Impfstoffsektor, wie z.B. die Meningokokken-B-Impfung oder der nasale Influenzaimpfstoff. Das neue Modul „Impfungen“ der Apo-App soll ebenfalls dazu beitragen, die Durchimpfungsrate zu steigern.

Die zunehmende Impfmüdigkeit in der österreichischen Gesellschaft führt dazu, dass manche Krankheiten, die als bereits eliminiert oder zumindest gut kontrolliert galten, wieder zurückkehren und häufiger auftreten. „Seit einigen Jahren messen wir einen kontinuierlichen Anstieg von Krankheiten wie Masern, Röteln oder Keuchhusten“, sagte Ursula Wiedermann-Schmidt, wissenschaftliche Leiterin des Österreichischen Impftages und Leiterin des Instituts für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der MedUni Wien.

Das Ziel der WHO, Masern weltweit zu eliminieren, ist in Nord- und Südamerika mit hohen Durchimpfungsraten bereits großteils umgesetzt. In Europa und speziell in Österreich sind in den vergangenen Jahren wieder vermehrt Masernfälle aufgetreten. „Übertriebene Ängste vor Impfungen oder Inhaltsstoffen wie Aluminium führen dazu“, so Wiedermann-Schmidt, „dass sich Menschen einem noch viel größeren Risiko aussetzen. Es liegt an der Forschung, vermehrte Evidenz zur Wirksamkeit von Impfkonzepten zu liefern, aber auch an der Ärzte- und Apothekerschaft und dem Gesundheitspersonal selbst, hier für verbesserte Aufklärung zu sorgen. Wer sich impfen lässt, schützt doppelt: sich selbst und andere.“

„Immer mehr Menschen lehnen Impfungen auch deshalb ab, weil ohnehin ,die anderen‘ geimpft sind“, warnt Rudolf Schmitzberger, Impfreferent der Österreichischen Ärztekammer. „Immunologische Trittbrettfahrer setzen nicht nur ihre eigene Gesundheit aufs Spiel, sondern auch die anderer, meist Schwächerer.“ Ein hoher Anteil an Keuchhusten- und Pneumokokken-Fällen bei Säuglingen gehe auf die Ansteckung durch Erwachsene zurück. Mit Influenza wiederum würden sich meist Schul- oder Kindergartenkinder infizieren und die Erkrankung dann auf Eltern und Großeltern übertragen.

Persönliche Impfdokumentation auf der Apo-App

Durch den niederschwelligen Zugang nehmen die Apotheken in Österreich eine wichtige Vermittlungsfunktion im Bereich Impfen ein. Um die Impfdokumentation zu verbessern, wurde die Apo-App kürzlich um das Modul „Impfungen“ erweitert. Jeder Nutzer kann damit seine persönlichen Impfdaten elektronisch dokumentieren, ohne seine Daten im Netz bekannt geben zu müssen.

Quelle: Österreichische Apothekerkammer

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