zur Navigation zum Inhalt
V.l.n.r.: C. Müller-Uri, Th. Szekeres, R. Schmitzberger, H. Kollaritsch und R. Gallo-Daniel
 
Impfen 24. September 2014

Jetzt! Influenza impfen

Die Grippeimpfung wirkt.

Alljährlich erkranken in Österreich mehrere Zehntausend Menschen an der echten Virusgrippe, der Influenza. Viele, vor allem ältere Personen, erkranken so schwer, dass letztlich die Grippe mittelbar zum Tod führt: Wir verzeichnen eine Übersterblichkeit von 1.000 bis 1.200 Toten jährlich. Univ.-Prof. Dr. Herwig Kollaritsch, Leiter Epidemiologie und Reisemedizin am Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der MUW, zieht einen Vergleich: „Der echten Virus-Grippe fallen in Österreich allein immerhin mehr Menschen zum Opfer, als im Straßenverkehr zu Tode kommen.“

Die einzige Möglichkeit, eine Erkrankung zu verhindern oder zumindest abzuschwächen, ist die Impfung gegen Influenza. Kollaritsch: „Auch wenn die Grippeimpfung vergleichsweise weniger gut wirksam ist als andere bekannte Schutzimpfungen (FSME), so liegt heute genug Evidenz vor, die den Nutzen der Impfung eindeutig belegt und das bei sehr geringfügigen Nachwirkungen. Alle Impfstoffe am Markt sind empfehlenswert, sie wirken aber nur, wenn man sich impfen lässt …“

Bewusstsein schaffen!
Alle Expertenwarnungen zum Trotz ist die Influenza-Durchimpfungsrate in Österreich auf einem Tiefststand angelangt: Nur acht Prozent der Österreicher ließen sich in den letzten Jahren gegen die Influenza immunisieren.

„Unser Problem ist nicht die Wirksamkeit der Impfung, sondern das mangelnde Bewusstsein der Österreicher für den Ernst der Erkrankung und die konsekutive einzig wirksame Prävention, die Grippeimpfung. In den USA,“ so Kollaritsch, „treffen wir auf eine viel höhere gesellschaftliche Akzeptanz der Grippeimpfung.“

Bei uns verzeichneten wir in den letzten Jahren maximal 17 Prozent Geimpfte im Gesundheitsdienst; dagegen stehen die USA mit 75,29 Prozent Geimpften im Gesundheitsdienst viel besser da.

Im Fokus: Gesundheitspersonal
Das Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der MedUni Wien hat gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium eine Publikation („Impfungen für MitarbeiterInnen des Gesundheitswesens. Empfehlungen als Erweiterung des Österreichischen Impfplans.“) mit Empfehlungen für das Gesundheitspersonal herausgegeben, die auch die Wiener Ärztekammer allen Mitgliedern empfiehlt. Um die Durchimpfungsrate zu erhöhen wird angeraten die empfohlene Influenza-Impfung im stationären Bereich während der Dienstzeit anzubieten. Darüber hinaus wird angeraten, dass der Dienstgeber eine Verpflichtung zur Impfung ausspricht – wobei eine Ablehnung nach einem Informationsgespräch selbstverständlich möglich sein muss.

Ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres, Präsident der Ärztekammer für Wien, appelliert: „Wer im Gesundheitsbereich mit Patientenkontakt konfrontiert ist, hat auch eine Verantwortung seinen Patientinnen und Patienten sowie der Allgemeinheit gegenüber. Der Impfschutz ist eine wesentliche Vorsichtsmaßnahme, um eine weitere Verbreitung zu vermeiden und eine Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung zu garantieren.“ In diesem Zusammenhang kommt die Ärztekammer ihrer Aufgabe nach, das Gesundheitspersonal aufmerksam zu machen, Bewusstsein für die Bedeutung der jährlichen Influenzaimpfung zu schaffen und Wissen über die Wirksamkeit der Influenzaimpfung bezogen auf den Schutz der Patientinnen und Patienten sowie den Selbstschutz speziell für das Gesundheitspersonal zu kommunizieren: pro immunisiertem Mitarbeiter steckt sich eine Person weniger mit Influenza an.

Kinder impfen!
Neben älteren Menschen sind Kinder eine weitere wichtige Zielgruppe für die Grippeimpfung. Gesunde Kinder im Alter zwischen vier und zehn Jahren erkranken leichter und stecken sehr häufig nicht geimpfte Eltern und/oder Großeltern an. Dies schlägt sich einerseits in der Krankenstands-Statistik nieder, andererseits aber auch in der oben beschriebenen Übersterblichkeit. MR Dr. Rudolf Schmitzberger, Arzt für Kinder- und Jugendheilkunde und Impfreferent der Österreichischen Ärztekammer erläutert: „Pro Jahr werden bis zu 2000 Todesfälle verzeichnet, die auf die Influenza zurückgehen und Erwachsene betreffen, die sich bei Kindern angesteckt haben. Kleine schützen also Erwachsene, wenn sie geimpft werden.“

Grippe-Impfstoffe
Influenzaviren, vor allem vom Typ A, haben ein hohes mutagenes Potential: Sie verändern ihre Oberflächenantigene häufig. Daher ist es wichtig, für jede Saison einen neuen Impfstoff zu konzipieren und produzieren.

Für die Saison 2014/2015 hat die WHO folgende Empfehlung für die Zusammenstellung der Influenzaimpfstoffe für die nördliche Hemisphäre herausgegeben:

• H1N1: A/California/7/2009

• H3N2: A/Texas/50/2012

• B: Massachusetts/2/2012

Der Impfschutz beginnt in der Regel zwei bis drei Wochen nach der Impfung. Die Impfung selbst ist im Allgemeinen sehr gut verträglich. – Informationen zur Impfung und alle verfügbaren Impfstoffe – es gibt in Österreich für die aktuelle Influenzasaison 10 verschiedene – erhalten Interessierte in allen Apotheken, wie Dr. Christian Müller-Uri, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer, berichtete.

RH/PK der welldone PR, 23. 9. 2014 

Weiterführende Informationen im Internet:
Österreichischer Impfplan 2014:
http://bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/Praevention/Impfen/Oesterreichischer_Impfplan_2014
Österreichische Ärztekammer: www.aerztekammer.at
Österreichische Apothekerkammer: www.apothekerkammer.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben