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Impfen 28. April 2014

Johann Gottfried Bremser (1767–1827) und die Kuhpockenimpfung

Als erste Stadt außerhalb Englands, wurden in Wien bereits 1799 Kuhpockenimpfungen durchgeführt, nur ein Jahr nachdem Jenner seine erfolgreichen Resultate publiziert hatte (1798). In Europa und besonders in Österreich stieß diese neue Impfung vielfach auf Ablehnung, sowohl bei Ärzten wie Patienten. Der Arzt Johann Gottfried Bremser ist als bedeutender Helminthologe bekannt geworden. Anfang des 19. Jahrhunderts gelang es ihm, die weltgrößte und bedeutendste Sammlung an Eingeweidewürmern in Wien anzulegen. Weltweites Ansehen erlangte er durch seine helminthologischen Schriften. Sein Engagement für die Kuhpockenimpfung hingegen ist in Vergessenheit geraten. Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts praktizierte er als Arzt in Wien, wo er in engem Kontakt zu namhaften Befürwortern der Kuhpockenimpfung (Vaccination) wie Pascal Joseph Ferro, Jean de Carro und Johann Peter Frank stand. Bremser impfte nicht nur in seiner Praxis, er verteilte auch unentgeltlich Schriften, in denen er gekonnt und auf sarkastische Weise versuchte, Irrtümer zu beseitigen, aufzuklären und die Menschen zu überzeugen, sich und vor allem ihre Kinder impfen zu lassen. Er setzte sich für die gesetzliche Impfpflicht ein. Seine Argumentationen weisen auf die verschiedenen gegensätzlichen Ansichten der damaligen Zeit hin, in manchem erinnern sie auch an heutige Diskussionen. Bremser war ein Vorkämpfer für eine vernünftige Gesundheitspolitik, die letztendlich dazu führte, dass die Welt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als „pockenfrei“ erklärt werden konnte.

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