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Impfen 21. Februar 2014

Grippe-Impfung für KHK-Patienten

Weniger Infarkte speziell bei hohem Risiko

Grippe-Infektionen stehen im Verdacht, speziell bei KHK-Patienten das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse zu erhöhen. Folgerichtig müsste mit der Impfung die Ereignisrate sinken. Dies bestätigt nun eine Metaanalyse aus Kanada: Mit der saisonalen Grippe-Impfung sinkt das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse.

Am deutlichsten fiel der Zusammenhang zwischen Impfung und sinkender Ereignisrate bei Hochrisiko-Patienten aus. Sechs randomisierte klinische Studien umfassten insgesamt 6735 Probanden und stellten die Häufigkeit kardiovaskulärer Ereignisse bei KHK-Patienten mit und ohne Grippe-Impfung gegenüber. Die Patienten waren im Durchschnitt 67 Jahre alt und jeder Dritte hatte eine positive kardiale Anamnese.

Während 2,9 Prozent der 3238 gegen Grippe geimpften Probanden innerhalb eines Jahres ein kardiovaskuläres Ereignis erlitten hatten, waren es 4,7 Prozent der 3231 Teilnehmer aus der Placebo- bzw. Kontrollgruppe. Das absolute Risiko, einen Herzinfarkt oder ein ähnliches kardiovaskuläres Ereignis zu erleiden, war bei den Geimpften 1,74 Prozent geringer als bei den Nicht-Geimpften.

Je fortgeschrittener die KHK, desto größer der Effekt

Noch deutlicher fiel der Unterschied bei den Hochrisiko-Patienten aus, also solchen mit einem erst kurz zurückliegenden akuten Koronarsyndrom. Mussten von den Geimpften 10,25 Prozent innerhalb eines Jahres wegen eines kardiovaskulären Ereignisses behandelt werden, waren es 23,1 Prozent bei den Nicht-Geimpften (p ‹ 0,001). Keinen Unterschied machte der Impfstatus jedoch im Hinblick auf das Risiko, aufgrund eines kardiovaskulären Ereignisses zu versterben (p = 0,61). Innerhalb eines Jahres waren 1,3 Prozent der Geimpften und 1,7 Prozent der Nicht-Geimpften ihrer Erkrankung erlegen.

springermedizin.de
, Apotheker Plus 2/2014

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