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Impfen 2. September 2013

Rotavirenimpfung

Hoch effizient und kostensparend.

Durchfall bei Kleinkindern und alten Menschen ist nicht banal und lässt sich verhindern. Die Infektion mit Rotaviren ist eine der häufigsten Ursachen für Durchfallerkrankungen bei Kindern in den ersten fünf Lebensjahren und in Deutschland meldepflichtig, in Österreich nicht.

Etwa jedes zweite Kind mit labordiagnostisch gesicherter Rotavirusinfektion muss stationär im Krankenhaus behandelt werden: Eine Gas-troenteritis kann vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern bis zwei Jahre und alten Menschen zu einer gefährlichen Austrocknung führen. In Österreich ist die Impfung gegen Rota-viren im Säuglingsalter im Gratiskinderimpfprogramm enthalten. Der neu erschienene Deutsche Impfkalender empfiehlt nun erstmals eine Immunisierung von Babys unter sechs Monaten. Ebenso empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Virologie (GfV) den Eltern, ihre Kinder impfen zu lassen. Über die Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen wird bei unseren Nachbarn der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) voraussichtlich noch dieses Jahr beraten, wobei von einer Zustimmung auszugehen ist.

Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen

Etwa 90 Prozent aller Kinder infizieren sich bis zum dritten Lebensjahr mit Rotaviren. Diese Infektion verursacht Erbrechen, starken Durchfall und Bauchschmerzen, auch Fieber kann hinzukommen.

Die Schluckimpfung, die je nach Impfstoff in zwei oder drei Dosen verabreicht wird, ist Studien zufolge hochwirksam: Sie verhindert schwere Krankheitsverläufe und Klinikeinweisungen in mehr als 90 Prozent der Fälle. Prof. Dr. med. Thomas Mertens, Präsident der GfV und Virologe am Universitätsklinikum Ulm, geht allerdings von einer aktuell niedrigen Impfquote in Deutschland aus, da die Immunisierung bisher vielfach aus eigener Tasche bezahlt werden musste: Nur wenige Krankenkassen übernehmen die Kosten in Höhe von etwa 135 Euro. Nach Veröffentlichung der Empfehlung der STIKO entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), ob die Leistung in den Katalog der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen wird. „Wir gehen davon aus, dass der G-BA zustimmt, sodass der Impfstoff nicht mehr nur Besserverdienenden zugutekommt“, so der GfV-Präsident.

Auch das Umfeld profitiert von der Immunisierung

Profitieren könnten bei einer routinemäßigen Impfung mit dem Lebendimpfstoff auch Personen aus dem Umfeld immunisierter Kinder. Denn das Rotavirus ist hochansteckend - bereits wenige Erreger lösen eine Infektion aus. So kann die Immunisierung auch Nicht-Geimpfte schützen. Die Übertragung erfolgt meist über Schmierinfektionen, aber auch über verunreinigtes Wasser oder bei Erbrechen auch über die Luft. Besonders groß ist die Ansteckungsgefahr bei Gemeinschaftstoiletten.

Da Rotaviren sehr umwelt- und desinfektionsmittelresistent sind, bedarf es einer sehr gründlichen Hygiene, um einer Erkrankung vorzubeugen. Dazu gehört vor allem intensives Händewaschen nach jedem Toilettenbesuch mit Seife. In öffentlichen Einrichtungen sollten Einmalhandtücher verwendet werden. Angehörige eines erkrankten Kindes sollten nicht aus dessen Tasse trinken oder dessen Besteck benutzen. Auch Waschlappen und Handtücher müssen strikt getrennt verwendet werden. Die Infektionsgefahr endet etwa eine Woche nach Erkrankungsbeginn.

Quelle: Presseaussendung Deutsche Gesellschaft für Virologie

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