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Impfen 17. September 2012

Ansteckend und gefährlich

Im Herbst und Winter nehmen grippale Infekte und Influenza deutlich zu.

In der kalten Jahreszeit verursachen zahlreiche Viren Atemwegserkrankungen. Während grippale Infekte beispielsweise durch Rhinoviren verursacht werden und meist mild verlaufen, können Influenza-A- und Influenza-B-Viren schwerwiegende Erkrankungen zur Folge haben. Der beste Schutz vor einer Influenza ist neben Hygienemaßnahmen die Impfung.

Fast jedes Jahr kommt es in den Herbst- und Wintermonaten zu einer Influenza-Epidemie. Besonders gefährdet sind Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen ab 65 Jahren. Mehr als 60 Prozent aller Influenza-assoziierten Hospitalisierungen und rund 90 Prozent der Todesfälle fallen in diese Altersgruppen.

Ein hohes Komplikations- und Hospitalisierungsrisiko weisen aber auch schwangere Frauen und Personen mit Grunderkrankungen auf. Laut österreichischem Impfplan ist die Impfung gegen Influenza Personen mit chronischen Lungen-, Herz-, Kreislauferkrankungen, Erkrankungen der Nieren, neurologische Erkrankungen, Stoffwechselkrankheiten (einschließlich Diabetes mellitus) und Immundefekten empfohlen. Ebenso empfohlen wird die Impfung aber auch Schwangeren und Frauen, die während der Influenzasaison schwanger werden wollen, Kindern ab dem siebenten Lebensmonat bis vier Jahre, Personen über 50 Jahren und insbesondere ab 65 Jahren, stark übergewichtigen Personen (BMI ›40), Betreuungspersonen, Personen aus Gesundheitsberufen und Personen mit häufigem Publikumskontakt.

Prinzipiell ist die Impfung aber jedem, der sich schützen will, zu empfehlen.

Patienten mit Diabetes besonders gefährdet

Patienten mit Diabetes weisen hohe Influenza-assoziiierte Komplikationsraten auf, wie einige Studien belegen. So scheint eine Hyperglykämie infolge einer schlechteren Funktion des Immunsystems die Suszeptibilität für Infektionen bei Betroffenen anzuheben (Butler SO et al, Pharmacotherapy 2005; 25 (7) :964-76). Infektionen führen aber ihrerseits zu einer stress-induzierten Hyperglykämie. (Trivedi BB, NHL Medical college,2002-2003). Auch nahm in einer Untersuchung von Diepersloot die Mortalität bei Diabetespatienten während der Influenzaepidemien um fünf bis fünfzehn Prozent zu. (Diepersloot RJ,et al,Diabetes Care 1990; 13(8): 876-82).

Die Wirksamkeit einer Influenzaimpfung bei Patienten mit Diabetes konnte Looijmans-Van den Akker und Kollegen in einer Studie eindrucksvoll belegen. So reduziert sich die Komplikationsrate bei diesen Patienten um 56 Prozent, die Hospitalisierungsrate um 54 Prozent und die Mortalität um 58 Prozent (Looijmans-Van den Akker I, Verheij TJet al, Diabetes Care 2006;29(8):1771-6).

Jährliche Impfung notwendig

Da Influenzaviren eine hohe Mutationsrate besitzen, ist eine jährliche Impfung notwendig. Am 23. Februar 2012 hat die WHO die Zusammensetzung des Influenzaimpfstoffs für die kommende Influenzasaison 2012/2013 veröffentlicht:

• A/Califonia /7/2009 (H1N1)pdm09

• A/Victoria/361/2011 (H3N2) ersetzt A/Perth/16/2009 (H3N2)

• B/Wisconsin/1/2010 ersetzt B/Brisbane/60/2008

Die Impfung wird als Einmal-Impfung verabreicht, folgende Impfstoffe stehen zur Verfügung, :

• (teils adjuvierte) Ganzkeim-, Spalt- oder Subunit-Vakzinen zur intramuskulären Injektion

• (teils adjuvierte) Ganzkeim-, Spalt- oder Subunit-Vakzinen zur subkutanen Injektion

• adjuvierter Spaltimpfstoff zur intradermalen Applikation: Die Impfung wird mit einer nur 1,5 mm langen Nadel in die Lederhaut injiziert. Der Stich verursacht kaum Schmerzen. Der Impfstoff ist auch für Personen geeignet, die intramuskulär nicht geimpft werden sollen (wie z. B. oral antikoagulierte Patienten).

Pneumokokken-Impfaktion in allen Apotheken

Eine weitere unterschätzte Erkrankung ist die Pneumokokken-Infektion. Neben Säuglingen und Kleinkindern weisen vor allem Erwachsene ab 50 Jahren ein erhöhtes Erkrankungsrisiko auf.

Laut dem Österreichischen Impfplan 2012 wird daher eine einmalige Pneumokokkenimpfung für Erwachsene ab dem Alter von 50 Jahren mit einem konjugierten Impfstoff empfohlen. Spätestens ab dem 60./65. Lebensjahr ist die einmalige Pneumokokkenimpfung dringend empfohlen (in diesem Alter stehen neben dem konjugierten 13v Impfstoff auch ein 23v unkonjugierter Polysaccharidimpfstoff zur Verfügung). Die Impfstoffe werden von 1. September 2012 bis 28. Februar 2013 in allen Apotheken im Rahmen einer Impfaktion zu vergünstigten Preisen angeboten. Einige Krankenkassen gewähren zusätzlich Kostenzuschüsse zur Pneumokokkenimpfung für Personen ab 60 Jahre.

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