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Foto: iStockphoto /thinkstockphotos.de
 
Impfen 10. Mai 2012

Beratung in Sachen Reisemedizin

Mangelndes Impfbewusstsein ist unter Migranten noch höher als in der allgmeinen Bevölkerung.

Aktuelle Beispiele für Fehleinschätzungen bezüglich der eigenen Immunität sind etwa das Aufflammen des Gelbfiebers in Paraguay und der Tollwut im Balkan und in Bali. Das Problem des mangelnden Impfbewusstseins ist besonders unter Migranten verbreitet. Der Apotheker kann bei einer reisemedizinischen Kontaktaufnahme die beratende Rolle übernehmen, denn die Apotheke wird in der Regel öfter und mit weniger Schwellenangst aufgesucht als eine Arztpraxis. Fragestellungen der Reisemedizin standen bei 45.Wissenschaftlichen Fortbildungswoche der Österreichischen Apothekerkammer im vergangenen März in Saalfelden auf dem Programm.

 

„Aufklärung und Information in mehreren Sprachen sollen die Impfversorgung speziell für Migranten verbessern“, sagte Prof. Dr. Herwig Kollaritsch, Institut für Spezielle Prophylaxe und Tropenmedizin in Wien. Heimaturlaube, die meist länger ausfallen als Urlaubsreisen, und der engere Kontakt mit der lokalen Bevölkerung können auch dazu führen, dass nach der Heimkehr ins Gastland Keime verschleppt werden und ein Krankheitsfall erst in einem späteren Stadium diagnostiziert wird. Besonders gefährliche Keime sind etwa, so Kollaritsch, MDR- und XDR Tuberkulose aus Afrika, bakterielle Ruhr und Campylobacter aus dem indischen Subkontinent.

Für alle Reisenden gilt, Augenmerk auf den Impfstatus zu legen, auch was Malaria betrifft. Zwar sind die Infektionen und Todesfälle in den vergangenen Jahren fast um die Hälfte zurückgegangen, dennoch ist eine Prophylaxe notwendig, außerdem vor allem die Verhütung von Insektenstichen, so Kollaritsch.

Quelle: 45. Wissenschaftliche Fortbildungswoche für ApothekerInnen, 4.-9. März 2012, Saalfelden

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