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Impfen 17. Februar 2012

Neuer Impfplan 2012: Einen breiten Impfschutz erzielen

Seit Anfang Februar gilt ein neuer Impfplan. Wesentliche Änderungen sind die Verbreiterung der Impfungen gegen Pneumokokken bei Babys bzw. Kleinkindern und die Einführung der neuen Impfung gegen Meningokokken.

Der Impfplan 2012 wurde in enger Zusammenarbeit zwischen dem Bundesministerium für Gesundheit und Experten des Nationalen Impfgremiums überarbeitet und neu gestaltet. Ziel dieser Neukonzeption war es, interessierten Ärzten und Impfwilligen einen einfacheren Überblick über aktuell zur Verfügung stehende Impfungen zu geben. Auch wird eine bessere Differenzierung zwischen jenen Kernimpfungen getroffen, welche im Rahmen des Gratiskinderimpfprogramms von der Öffentlichkeit getragen werden, und anderen wichtigen Impfungen, welche nicht im öffentlichen Impfkonzept bereitgestellt werden, aber dennoch für den Individualschutz empfohlen werden.

 

Durch das kostenlose Kinder-Impfprogramm der öffentlichen Hand sollen in Österreich möglichst viele Babys und Kinder gegen gefährliche übertragbare Erkrankungen geschützt werden. Eine Neuerung ist die Ausweitung der Pneumokokken-Impfung. Alle Säuglinge und Kleinkinder, die nach dem 1. September 2011 geboren wurden, können nunmehr kostenlos gegen Pneumokokken mit Dosen im dritten, fünften und zwölften Lebensmonat (2 plus 1 Schema) geimpft werden. Bisher war diese kostenlose Impfung nur „Risikokindern“ vorbehalten, diese erhalten die Gratisimpfung auch weiterhin, unabhängig vom Geburtsdatum. Seit 1. Februar ist diese Impfung bei jedem Arzt, der Kinderimpfungen durchführt, erhältlich. Jedoch betrifft dies nur den 10-valenten Impfstoff, für den 13-valenten werden keine Kosten übernommen bzw. refundiert. Es steht jedoch Erziehungsberechtigten frei, auf eigene Kosten Impfungen mit dem 13-valenten Impfstoff zu komplettieren oder neu zu beginnen.

Eine weitere Neuerung ist die Aufnahme einer Impfung gegen Meningokokken (konjugierter 4-fach Impfstoff MEC4-ACWY) mit einer Dosis für Schulkinder mit 13 Jahren (11.-14. Lebensjahr). Erstmals findet diese Impfung für Kinder in der sechsten Schulstufe im Rahmen der Schulimpfungen im Sommersemester 2012 statt.

Weitere Impfungen im Gratis-Impfkonzept 2012

  • Impfung gegen Rotaviren: Die Impfung der Babys hat die Spitalsaufnahmen bei Kleinkindern mit solchen Infektionen (Durchfallerkrankungen) schon im ersten Jahr nach der Einführung um 75 Prozent reduziert (Schluckimpfung).
  • Impfung gegen Masern-Mumps-Röteln: Es konnten Durchimpfungsraten von 95 Prozent erreicht werden. Laut Gesundheitsministerium sinkt jedoch bedauerlicherweise die Beteiligung seit dem Jahr 2009.
  • Sechsfachimpfung (Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hämophilus, Hepatitis B, Polio; siehe oben): Auch hier wurden Durchimpfungsraten von 95 Prozent erreicht. Die notwendigen Impfdosen des Sechsfachimpfstoffs im Säuglingsalter werden von nun vier auf drei Injektionen reduziert.
  • Diphtherie, Tetanus, Polio, Keuchhusten: Diese Auffrischungsimpfung wurde früher im Schulalter zweimal verabreicht. Diese wird nun in Form eines Vierfachimpfstoffes beim Schuleintritt verabreicht.
  • Auffrischungsimpfung gegen Hepatitis B: Nach der Grundimmunisierung im Säuglings- bzw. Kleinkindalter ist eine Auffrischungsimpfung im elften bis 13. Lebensjahr empfohlen.

Im Rahmen der Präsentation des neuen Impfplans betonte Dr. Pamela Rendi-Wagner, Leiterin der Sektion für Öffentliche Gesundheit im Ministerium: „Die Verbreiterung der Impfungen gegen Pneumokokken bei Babys bzw. Kleinkindern und die Einführung der neuen Impfung gegen Meningokokken sollten wesentliche gesundheitliche Vorteile bieten, schwere und akut lebensbedrohliche Erkrankungsverläufe verhindern. Bei den Pneumokokken-Erkrankungen haben wir im Jahr 2010 300 invasive Erkrankungen gemeldet bekommen, speziell Fälle von Sepsis und Gehirnhautentzündung. Von diesen Erkrankungen sind 16 tödlich verlaufen, das sind fünf Prozent. Bei den Meningokokken-Erkrankungen wurden 80 invasive Fälle gemeldet, davon zehn Todesfälle (zwölf Prozent). Ergänzend dazu die Vorsitzende des nationalen Impfgremiums, Prof. Dr. Ursula Wiedermann-Schmidt von der Medizinischen Universität Wien: Bei einer hohen Durchimpfungsrate sowohl gegen Pneumokokken als auch Meningokokken gilt, dass sogar eventuell (noch) nicht immunisierte Personen geschützt sind, weil es weniger Keimträger gibt.

Schon in nächster Zukunft soll es eine wesentliche Verbesserung des Informationssystems geben. Labors, welche meldepflichtige Infektionserkrankungen abklären, werden die Daten elektronisch an die Gesundheitsbehörden weiterleiten. Auf freiwilliger Basis soll das dann in weiterer Zukunft auch aus den Spitälern bzw. von den niedergelassenen Ärzten über dieses System erfolgen. Das würde die Reaktionszeiten für Gegenmaßnahmen stark senken. FH

 

 Den Impfplan 2012 finden Sie unter: http://www.bmg.gv.at

 

Quelle: APA, Impfplan 2012

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