zur Navigation zum Inhalt
 
Infektiologie 27. Mai 2008

Initialtherapie bei HIV-Infektionen mit Efavirenz

Zum Therapiebeginn bei HIV-Infektionen wird durch unterschiedliche Wirkstoffkombinationen versucht, die Virusreplikation weitestgehend zu unterdrücken. Meist werden Protease-Inhibitoren wie etwa Lopinavir oder Ritonavir mit zwei Nukleosidischen Reverse-Transkriptease-Inhibitoren (NRTI) eingesetzt. Eine andere Behandlungsmöglichkeit ist eine Kombinationstherapie mit nicht-nukleosidischen Hemmern der Reversen Transkriptase (NNRTI), etwa Efavirenz. Eine Forschergruppe der Universität Pittsbourgh hat nun die beiden Therapieoptionen mit NRTI miteinander verglichen und ihnen eine dritte Behandlungsart ohne NRTI mit Lopinavir-Ritonavir plus Efavirenz gegenübergestellt.
In einer Open-Label-Studie wurden die 757 Patienten auf drei Gruppen aufgeteilt: Die erste Gruppe erhielt Efavirenz in Kombination mit zwei NRTIs (Efavirenz-Gruppe). Die zweite Gruppe wurde mit Lopinavir-Ritonavir und zwei NRTI (Lopinavir-Ritonavir-Gruppe) behandelt, die dritte mit Lopinavir-Ritonavir und Efavirenz (Gruppe ohne NRTI).
Nach 112 Wochen im Median war die Efavirenz-Gruppe im Vorteil, der jedoch gegenüber der Gruppe ohne NRTI nicht signifikant ausfiel. Nach 96 Wochen hatte sich abgezeichnet, dass 89 Prozent der Patienten der Efavirenz-Gruppe noch eine Virussuppression unter der Nachweisgrenze aufwiesen. Danach folgte die Gruppe, die ohne NRTI behandelt worden war (83 Prozent). Die niedrigste Rate an Patienten, deren Werte unter der Nachweisgrenze geblieben waren, fand sich in der Lopinavir-Ritonavir-Gruppe (77 Prozent).
Der Unterschied zwischen den ersten beiden Gruppen war somit nicht signifikant. Diese beiden Therapien könnten daher als Alternativen angesehen werden. Allerdings räumt die Studienleiterin Sharon Riddler ein, dass es in der Gruppe ohne NRTI häufiger zu Resistenzen gekommen war. Die Initialtherapie, die die Efavirenz-Gruppe erhalten hatte, war demnach im Vergleich die effektivste, wie im New England Journal of Medicine (2008: 358: 2095-2106) berichtet wird.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben