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Infektiologie 5. Dezember 2007

Impfstoff gegen Durchfall

Zweimal Rotaviren-Impfstoff zusammen mit anderen Kinder-Impfungen verleiht Kindern Schutz gegen von Rotaviren ausgelöste Magen-Darm-Infekte und reduziert die Zahl der Krankenhauseinweisungen (Lancet 2007; 370: 1757). Prof. Dr. Timo Vesikari und sein Team von der Universität Tampere führten eine Studie mit 3.994 sechs und vierzehn Wochen alten Kindern aus Frankreich, Italien, Spanien, Finnland, Deutschland und Tschechien durch. Die Kinder wurden in zwei Gruppen eingeteilt und bekamen randomisiert entweder zwei orale Gaben des Rotavirenimpfstoffes RIX4414 oder ein Placebo. Der Impfstoff wurde zusammen mit den ersten zwei Gaben der Kinder-Grundimpfung verabreicht. Die Kinder wurden ab zwei Wochen nach der Impfung bis zum Ende der zwei folgenden Rotavirus-Saisons überwacht, im Mittel etwa 17 Monate. Während Durchfallerkrankungen wurden Stuhlproben genommen und auf Rotaviren getestet. Im ersten Nachverfolgungszeitraum (im Mittel 5,7 Monate) erkrankten 24 der 2.572 Kinder durch Rotavirus an Durchfall, in der Placebogruppe waren es 94 von 1.302 Kindern. Das ergibt für den Impfstoff eine Wirksamkeit von 87,1 Prozent. Nach beiden Impfungen blieb die Wirksamkeit des Impfstoffes gegen von Rotaviren verursachte Gastroenteritis hoch bei 78,9 Prozent über die folgenden zwei Rotavirus-Saisonen. Bezogen nur auf schwere Gastroenteritisfälle lag die Wirksamkeit bei 90,4 Prozent, für Krankenhauseinweisung bei 96 und für Arztbesuche bei 83,8 Prozent. Auch ein signifikanter Schutz gegen schwere Rotaviren-Gastroenteritis durch verschiedene zirkulierende Rotaviren-Typen konnte nachgewiesen werden. In ihrem Bericht äußern die Autoren die Ansicht, dass eine Aufnahme des Rotavirenimpfstoffes RIX4414 in die Routineimpfungen von Kleinkindern zu einer signifikanten Reduktion der Krankheitsfälle auf Grund von Rotaviren und der schweren pädia­trischen Gastroenteritis in den ersten zwei Lebensjahren führen könnte.

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