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Infektiologie 29. Jänner 2008

Ebola entschärft

Wissenschaftler der University of Wisconsin-Madison haben im Labor eine ungefährliche Form des tödlichen Ebola-Virus hergestellt, die die Forschung nach einem Impfstoff oder einem neuen Behandlungsansatz erleichtern soll. Das Entfernen eines einzelnen Gens verhindert laut den Proceedings of the National Academy of Sciences, dass sich das Virus vermehren kann. Mit dem Ebola-Virus wird derzeit nur in Laboren mit der hohen Sicherheitsstufe BSL4 gearbeitet. Das bedeutet, dass nur sehr wenige Institutionen Forschungsprojekte durchführen können, die Mortalität von Ebola beträgt je nach Subtyp 50 bis 90 Prozent. Die Wissenschaftler sind davon überzeugt, einen sehr guten Ansatz gefunden zu haben, mit dessen Hilfe das Hantieren mit dem Virus weniger gefährlich werden kann. Eines der acht Gene des Virus, VP30, ist dafür entscheidend. Ohne dieses Gen kann das Virus sich in Wirtszellen nicht von selbst vermehren. Für Studienzwecke wollen die Forscher trotzdem, dass sich das Virus reproduziert. Daher modifizierten sie Nierenzellen von Affen dahin gehend, dass sie das erforderliche Protein bilden. Da nun die Zelle das Protein liefert und nicht der Virus selbst, kann sich das Virus nur innerhalb dieser Zellen vermehren und soll so auch bei der Übertragung auf einen Menschen ungefährlich bleiben.
Um diesen Ansatz zu beweisen, wurden Dutzende Zyklen von Infektion und Replikation durchgespielt. Dabei konnte keine Form des Virus nachgewiesen werden, die ein anderes Lebewesen krank machte. Der leitende Wissenschaftler, Prof. Dr. Yoshihiro Kawaoka, erläuterte, dass man ein biologisch in sich abgeschlossenes Virus habe schaffen wollen. „Das veränderte Virus breitet sich in normalen Zellen nicht aus. Dieses System kann daher für Tests an Medikamenten und die Herstellung von Impfstoffen eingesetzt werden.“

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