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Infektiologie 8. November 2007

Immunglobulin oder Impfung

Post-Expositions-Prophylaxe gegenüber Hepatitis A kann sowohl aktiv mittels Immunisierung als auch passiv mittels Immunglobulingabe (binnen zwei Wochen nach Exposition) erfolgen. Eine rezente Studie der University of Michigan untersuchte und verglich nun die Wirksamkeit der beiden Methoden (N Engl J Med 2007 Oct 25; 357(17):1685-94). Im Rahmen der Forschungsarbeit wurden 1.090 Patienten im Alter von zwei bis vierzig Jahren in Almaty, Kazachstan, binnen 14 Tagen nach Hepatitis-A-Exposition entweder mit Immunglobulin oder Hepatitis-A-Vakzine behandelt. Im Zeitraum von 15 bis 56 Tagen nach der Exposition wurden Hepatitis-Erkrankungsfälle systematisch erfasst und labormedizinisch kontrolliert. 568 Patienten erhielten im Lauf der Untersuchung Hepatitis-A-Injektionen, 522 erhielten Immunglobulin. Die meisten Patienten waren Kinder mit einem Durchschnittsalter von 12 Jahren, die meisten erhielten die Prophylaxe in der zweiten Woche nach Hepatitis-Exposition (im Schnitt nach 10 Tagen).
Ein Virusnachweis gelang bei 25 der Vakzinations-Patienten (4,4 Prozent) und bei 17 der Immunglobulin-Patienten (3,3 Prozent).
Die Studienautoren kommen zu dem Schluss, dass die Anwendung von Immunglobulin ebenso sinnvoll ist wie die Prophylaxe mittels Hepatitis-A-Vakzination. Ziel der Studie war es, zu untersuchen, ob eine der beiden Therapieformen der anderen unterlegen ist. Die geringfügig höhere Erkrankungsrate in der Vakzinationsgruppe könnte auf unterschiedliche Effizienz hinweisen, jedoch bietet die Impfung den Vorteil langanhaltender Immunisierung, so die Studienautoren.

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