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Infektiologie 5. Juli 2007

Das Ende des Wurmes

Vorbeugen ist besser als heilen. Und das gilt ganz besonders für den Medinawurm.
Der Parasit, welcher im Wirt bis zu sechzig Zentimeter Länge erreicht, könnte bereits im Jahr 2009 ausgerottet sein. Und das ganz ohne Medikamente (Barry M, NEJM 2007 Jun 21).
Die Larven des Wurmes werden über Kleinkrebse im Trinkwasser aufgenommen. Dann durchdringen sie die Darmwand und die Weibchen wandern ins Unterhautbindegewebe. Die Eier werden wieder ins Wasser abgelegt. Der Wurm kann mit einem Holzstift aufgewickelt und langsam entfernt werden.
Im Jahr 1980 startete das Carter-Center in Atlanta, Georgia, eine Eradikationskampagne auf globaler Ebene, von deren Aufklärungsarbeit heute Millionen Afrikaner profitieren. In Uganda beispielsweise wachen die Dorfältesten darüber, dass Betroffene mit „offener“ Drakunkulose nicht im Dorfteich baden gehen, den Patienten wird stattdessen das Wasser nach Hause gebracht. Noch 1986 traten weltweit 3,5 Millionen Fälle auf, 2006 waren es nur mehr 25.217. Die Arbeit des Carter Center hat die Zahl der Länder mit endemischer Drakunkulose von 20 im Jahr 1986 auf 9 im Jahr 2006 reduziert. Laut Zahlen der WHO sind damit 180 Länder frei vom Medinawurm.
Das Eradikationsprogramm kostete über 20 Jahre 225 Millionen Dollar – wenig im Vergleich zu den Forschungs- und Therapiekosten von Malaria oder AIDS.

Dr. Rainer Schröckenfuchs, Ärzte Woche 27/2007

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