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Infektiologie 23. August 2016

Kleine Killer

Zum Thema Spitalsinfektionen gibt es auch hierzulande Daten. Sie wurden von Prof. Dr. Elisabeth Presterl von der MedUni Wien/AKH zusammengetragen.

An der Erhebung zu nosokomialen Infektionen haben im Vorjahr 51 heimische Krankenhäuser (45 Akutspitäler und sechs Reha-Kliniken) teilgenommen. Die Infektionsrate betrug 5,3 Prozent.

In einer ersten derartigen Untersuchung mit Daten von neun Spitälern und von 4.321 Patienten aus dem Jahr 2012 war noch eine Rate an Infektionen, welche die Kranken im Medizinumfeld erworben hatten, von 6,2 Prozent festgestellt worden.

Die neue Erhebung und Analyse war mit 712 Krankenhausstationen und 13.814 Patienten aus Ost-, Süd- und Westösterreich wesentlich größer. 28,2 Prozent der Patienten hatten einen chirurgischen Eingriff.

Sogenannte „Spitalsinfektionen“ (nosokomiale Infektionen) wurden bei 727 Patienten registriert (5,3 Prozent). Am häufigsten waren Harnwegsinfekte (22,2 Prozent), dann Pneumonien (20 Prozent) und Wundinfektionen im Rahmen von chirurgischen Prozeduren (15 Prozent).

Am häufigsten waren Infektionen mit sogenannten grampositiven Keimen (z. B. Pneumokokken, Streptokokken), Staphylococcus aureus-Bakterien, Enterokokken und Klebsiellen. Acinetobakterien, wie sie etwa im vergangenen Jahr bei einer für ein Baby in Linz tödlichen Infektion verantwortlich waren, wurden nur bei 0,9 Prozent (vier Fälle) registriert.

Eine antibiotische Therapie hatten 3.610 Kranke erhalten. Insgesamt 26,1 Prozent der Patienten erhielten Antibiotika.

Desinfektion à la Dänemark

Als Merkmal für die im gesamten Gesundheitswesen wichtige Händehygiene wurde der Verbrauch an alkoholischen Desinfektionsmitteln verwendet. Hier zeigt sich ein Verbrauch von 28,6 Liter pro 1.000 Patiententagen (im Spital). Hier ist Österreich im Bereich der meisten europäischen Staaten.

Weit mehr als doppelt so hoch ist der Verbrauch in Dänemark, deutlich höher auch in Schweden, Norwegen und Griechenland. Die skandinavischen Länder gelten seit vielen Jahren als Beispiele für gute Hygienebedingungen sowie für geringe Antibiotikaresistenzen.

Acinetobakterien gehören zu den gramnegativen Keimen. Es gibt verschiedene Arten, am häufigsten ist Acinetobacter baumannii. Pneumonien können durch sie genauso hervorgerufen werden wie Wundinfektionen, Gehirnhautentzündungen oder gar Sepsis. Sie sind typische Spitalskeime. Das Problem liegt darin, dass sie gegen oft gegen viele Antibiotika resistent sind.

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