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Infektiologie 25. Jänner 2016

Brasilien im Zikafieber

Schwangere sollten Endemiegebiete meiden.

In Brasilien treten gehäuft Mikroenzephalien bei Säuglingen auf. Die Fehlbildungen werden auf Infektionen mit Zika-Viren während der Schwangerschaft zurückgeführt. Ärzte raten Schwangeren daher vor Reisen in Länder mit den Infektionen ab.

Infektionen mit den von Mücken übertragenen Zika-Viren wurden Anfang 2015 erstmals in Brasilien registriert; das waren die ersten Erkrankungen auf dem südamerikanischen Festland überhaupt. Brasilien ist zwar am stärksten betroffen, das Virus hat sich jedoch auch in andere Länder Lateinamerikas ausgebreitet.

Knotig-fleckige Hautausschläge sind charakteristisch

Charakteristisch für eine Erkrankung ist das Auftreten eines knotig-fleckigen Hautausschlages, begleitet von Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie einer Bindehautentzündung, so das CRM Centrum für Reisemedizin (Deutschland) in einer Mitteilung. Die Säuglinge haben dabei einen verminderten Kopfumfang. Die Folgen sind unterschiedlich stark ausgeprägte geistige Behinderungen. Ursache von Mikroenzephalie können genetische Defekte oder fruchtschädigende Einflüsse während der Schwangerschaft sein, etwa Alkoholmissbrauch oder auch Infektionen bei der Mutter.

In den Jahren 2010 bis 2014 wurden in Brasilien jährlich zwischen 150 und 200 Kinder mit Mikroenzephalie geboren. In Brasilien, schwerpunktmäßig im Nordosten des Landes, kommen seit Mitte 2015 vermehrt Kinder mit Mikroenzephalie zur Welt. Aktuell vermeldet das brasilianische Gesundheitsministerium 3.530 Verdachtsfälle (19. Jänner) von Mikroenzephalie im Zusammenhang mit dem vor knapp einem Jahr begonnenen Zika-Ausbruch.

Experten vermuten, dass die Fehlbildungen Folge einer Zika-Virus-Infektion der Mutter im ersten oder zweiten Trimester der Schwangerschaft sind. Derzeit untersuchen die Behörden auch einen Zusammenhang zwischen dem Zika-Virus-Ausbruch und Fällen von Guillian-Barré-Syndrom (GBS). Insgesamt ist das Zika-Virus noch wenig erforscht und in vielen Aspekten noch nicht vollständig verstanden.

Seuchenbehörden rat Schwangeren von Reisen nach Brasilien und in die anderen lateinamerikanischen Länder mit möglichen Zika-Virus-Übertragungen ab. Inzwischen hat es nach Presseberichten auch einen ersten Verdachtsfall von Hirnschädigungen durch Zika-Viren bei einem Säugling in den USA gegeben. Das Kind war in Oahu auf Hawaii geboren worden; die Mutter hatte sich die Infektion wahrscheinlich im vergangenen Mai bei einem Brasilien-Aufenthalt zugezogen.

Da keine Impfung gegen das Virus existiert, ist der Schutz vor Überträgermücken und deren Bekämpfung die einzige mögliche Prävention. Reisende in die betroffenen Regionen sollten sich sorgfältig vor Stichen schützen. Die Überträger des Virus, Stechmücken der Gattung Aedes, sind tagsüber und in der Dämmerung aktiv. Die Mücken übertragen auch Dengue- und Chikungunya-Fieber. Zu empfehlen sind körperbedeckende Kleidung und Mückenschutzmittel mit dem Wirkstoff DEET in einer Konzentration von über 30 Prozent.

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