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Infektiologie 30. November 2015

Welt-Aids-Tag

HIV ist in Europa ein wachsendes Problem.

In Europa, inklusive Russland und Zentralasien, sind im vergangenen Jahr mehr HIV-Diagnosen denn je gestellt worden.

Die Zahl der HIV-Neudiagnosen betrug letztes Jahr rund 142.000. Darauf verwiesen am 26. November das Europäische Zentrum für Krankheitskontrolle (ECDC/Stockholm) und die WHO aus Anlass des bevorstehenden Welt-Aids-Tages am 1. Dezember. „Die Daten weisen darauf hin, dass die sich steigernde HIV-Epidemie durch die Länder im Osten angetrieben wird, wo sich die Zahl der Neudiagnosen von HIV in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt hat“, schrieben ECDC und WHO-Europa-Regionalbüro.

Das Bild ist nicht einheitlich. „Seit 2005 hat sich die Zahl der HIV-Neudiagnosen in manchen EU-Staaten und in manchen Ländern des europäischen Wirtschaftsraumes (EEA) verdoppelt, in anderen Staaten wiederum um 25 Prozent reduziert.“, sagte dazu Dr. Andrea Ammon, geschäftsführende Direktorin des ECDC.

Wie bei solchen infektiösen Erkrankungen immer, spielen offenbar soziale Fragen die größte Rolle. In den vergangenen zehn Jahren wäre die Rate der HIV-Infektionen unter Migranten in Europa „stark zurückgegangen“, stellten die beiden Organisationen fest. Doch: „Soziale Ausgrenzung bringt für Flüchtlinge und Migranten ein größeres Risiko für eine HIV-Infektion“. Es gebe Hinweise dafür, dass ein „signifikanter Anteil“ der Ansteckungen mit dem Immunschwächevirus unter Flüchtlingen und Migranten erst in Europa geschehe.

„Wenn Flüchtlinge und Migranten Opfer von sozialer Ausgrenzung in den Aufnahmeländern werden, geraten sie in eine größere Gefahr, mit HIV infiziert zu werden (...)“, sagte Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Europa-Direktorin. Infizierte und dann nicht Behandelte stecken wiederum andere Menschen an. „Die WHO drängt alle Staaten Europas dazu, HIV-Tests, Prävention und Behandlung allen Flüchtlingen und Migranten anzubieten – ganz egal, welchen legalen Status sie haben“, sagte die WHO-Direktorin.

In der WHO-Europa-Region sind Männer, die mit Männern Sex haben, jene Personengruppe, in der es zu den meisten HIV-Infektionen kommt. 2014 entfielen auf diese Menschen 42 Prozent der Ansteckungen. Allerdings steigen in Osteuropa die HIV-Infektionen durch heterosexuelle Kontakte.

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