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Infektiologie 20. November 2015

Krank durch Flucht

Ansteckungsgefahr ist groß, sagt Experte.

Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa schlafen wochenlang unter freiem Himmel. Dort sind sie leichte Beute für von Stechmücken übertragene Krankheiten.

Auf einen ganz spezifischen Aspekt der Infektions-Problematik weist der Wiener Ökologe und Stechmückenexperte Bernhard Seidel hin: „Die Weltgesundheitsorganisation stellt klar fest, dass es entgegen der weitverbreiteten Auffassung keinen systematischen Zusammenhang zwischen Migration und der Einschleppung von Infektionskrankheiten gibt. Die Art und Weise, wie dieser Flüchtlingsstrom entlang der sogenannten Balkanroute lief und läuft, also auch noch über die ungarischen Grenzräume, gefährdet die Menschen ungemein, weil sie großteils ungeschützt tagein tagaus unterwegs sind und auch im Freien nächtigen.“

Da seien sie nämlich durch verschiedene per Stechmücken übertragene Krankheiten besonders gefährdet: zum Beispiel durch das West-Nil-Virus oder das Chikungunya-Virus. Diese Infektionen werden nicht von Mensch zu Mensch übertragen, aber ein ungeschütztes Leben im Zuge der Flucht erhöhe einfach das Risiko.

Die WHO empfiehlt keine obligatorischen Untersuchungen, sie spricht sich aber vehement für das Anbieten von medizinischer Versorgung und Hilfe aus. Es gebe keinen Beweis für den Nutzen und eine Kosteneffektivität von obligatorischen Screeningtests.

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