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Infektiologie 28. April 2014

Malaria: neuen Medikamenten auf der Spur

Die Mehrzahl der heutigen Malaria-Therapien basiert auf dem Wirkstoff Artemisinin, einem Pflanzenstoff, der in den Blüten und Blättern des Einjährigen Beifußes vorkommt. Immer mehr Malaria-Parasiten sind aber resistent gegen Artemisinin. Laut Forschern wird es spätestens in fünf Jahren nötig sein, neue Präparate zu haben, die auf einem anderen Wirkstoff basieren.

In einer Kooperation von Veterinärmedizinischer Universität Wien, Medizinischer Universität Wien und der Universität Ouagadougou in Burkina Faso ist man in den Labors des Instituts für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der MedUni Wien nun neuen Malariamedikamenten auf der Spur. PhD Aline Lamien Meda aus Burkina Faso, die an der Vetmeduni Vienna im Rahmen eines APPEAR-Projekts (Austrian Partnership Programme in Higher Education and Research for Development) an der Entwicklung eines Arzneibuchs traditioneller Malariamedikamente arbeitet, untersucht gemeinsam mit Doz. DDr. Harald Nödl, Malaria-Experte, MedUni Wien, rund 50 Pflanzen und Kräuter, die in der traditionellen afrikanischen Medizin bei Malaria eingesetzt werden, auf ihre Wirksamkeit und ihr mögliches Potenzial als Malariamedikament. Bei einigen dieser Kräuter ist bekannt, dass sie die Symptome der Malaria bekämpfen –, laut Nödl ist aber nicht sicher, ob sie den Malaria-Parasiten auch wirkungsvoll bekämpfen können.

Untersucht wird das an gezüchteten Malaria-Parasiten mittels „Verdünnungsreihen“ – und mit einer ELISA-Technologie, die vor über zehn Jahren an der MedUni Wien entwickelt wurde und heute weltweit zum Einsatz kommt. Es sei zu erwarten, so Nödl, dass nur eine Handvoll der untersuchten Pflanzen für eine sinnvolle Verwendung in der Malaria-Therapie geeignet ist. Spätestens in fünf Jahren wird es nötig sein, Medikamente zu haben, die auf einem anderen Wirkstoff als Artemisinin basieren, betonen die Wissenschafter. „Die Resistenz der Parasiten gegen Artemisinin breitet sich in Südostasien zusehends aus und einiges spricht dafür, dass sie auch Südamerika schon erreicht hat, auch in Afrika könnte es in wenigen Jahren so weit sein.“ Dann kann der übliche Wirkstoff nichts mehr ausrichten.

MedUni Wien/KK, Ärzte Woche 18/2014

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