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Waschen mit Seife plus Händedesinfektion senkt auch bei Kindern das Risiko für eine akute Gastroenteritis.
 
Infektiologie 20. November 2013

Zeigt her eure Hände

Gesunde Schüler dank intensiver Handhygiene.

Bei Grundschülern gelingt es durch ein striktes Programm zum Händewaschen, die Fehltage aufgrund einer akuten Gastroenteritis deutlich zu senken. Nach dem Waschen mit Seife werden in dem Programm dazu die Hände zusätzlich noch desinfiziert.

Um zu prüfen, welchen Effekt diese Kombination in der Hygiene hat, verglichen spanische Pädiater und Hygieniker in ihrer randomisierten und kontrollierten Studie die Wirksamkeit der kombinierten Maßnahme mit dem Effekt von üblichem Händewaschen (Azor-Martínez E et al. Effectiveness of a Multifactorial Handwashing Program to Reduce School Absenteeism Due to Acute Gastroenteritis. Pediatric Infectious Disease Journal 2013; online 3. Oktober). An der Studie nahmen mehr als 1.300 Kinder im Alter zwischen vier und zwölf Jahren teil. Die Studie an fünf staatlichen Schulen begann im Oktober 2009 und endete im Mai 2010. In der Gruppe mit intensivierter Hygiene nahmen Schüler und Lehrer vor Studienbeginn an einem zweistündigen Workshop über Hygiene teil.

Aufklärung mit Liedern, Geschichten und Postern

Während der Studie wurden alle 14 Tage von den Lehrern Hygiene und Übertragung von Krankheitserregern in Liedern, Geschichten und Postern thematisiert. Den kleineren Kindern wurde von den Lehrern bei der Anwendung des Desinfektionsgels geholfen.

Allen Kindern wurde gesagt, dass sie beim Betreten des Klassenzimmers, vor und nach dem Essen, nach einer Pause und nach dem Sportunterricht das Gel anwenden sollten, desgleichen nach dem Husten und nach dem Naseputzen. Außerdem lag im Klassenzimmer eine Info-Broschüre über die Benutzung des Desinfektionsgeräts aus. Das Desinfektionsgel enthielt unter anderem Alkohol, Chlorhexidin, Benzalkoniumchlorid und Phenoxythanol.

Abwesenheit deutlich seltener

Die intensive Betreuung und Instruktion der Kinder hatte sich gelohnt. Während der Studie lag die Zahl der Abwesenheitsepisoden aufgrund einer akuten Gastroenteritis, die bei einer Befragung der Eltern angegeben worden waren, in der Kontrollgruppe bei 285, in der Gruppe mit intensivierter Hygiene bei 161. Dabei wurde eine Erkrankung als neue Episode gewertet, wenn sie nach drei symptomfreien Tagen erneut auftrat.

In mehr als 60 Prozent der Erkrankungsfälle konnten die Diagnosen der Eltern jeweils durch einen Arzt bestätigt werden. Die Fehlrate lag damit in der Kontrollgruppe bei 0,40 Episoden pro Kind und Schuljahr, in der Gruppe mit intensivierter Hygiene dagegen nur bei 0,27. Das entspricht den Ergebnissen früherer ähnlicher Untersuchungen mit Fehlraten von 0,31 in der Behandlungsgruppe und 0,53 in der Kontrollgruppe.

Die Zahl der Kinder, die konsequent die Hände desinfizieren müssen, um eine akute Gastroenteritis zu verhindern, also die NNT (number needed to treat), liegt der spanischen Studie zufolge somit bei 7,32.

springermedizin.de/ple, Ärzte Woche 47/2013

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