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Infektiologie 1. Juli 2013

Im Krankenhaus leben nützliche Bakterien

Eine überraschende Vielfalt an Mikroben entdeckten Grazer Forscher in der Intensivstation – darunter viele Nützlinge.

Die tatsächliche Vielfalt der Mikrobiome ist auch in einer vermeintlich weitgehend sterilen Umgebung wie einer Intensivstation viel größer als angenommen. Wer bei Bakterien im Krankenhaus aber sofort an gefährliche Erreger denkt, irrt: „Wir haben eine überraschend hohe Anzahl an Nützlingen nachgewiesen“, betont Gabriele Berg vom Institut für Umweltbiotechnologie der TU Graz. Das Fazit der Studie ist also nicht, mehr Sterilität zu fordern – im Gegenteil: „Die Nützlinge im Krankenhaus-Mikrobiom stellen sich potenziellen Krankheitserregern entgegen und sind daher zu fördern“, so Berg.

Erst die rasante Entwicklung auf dem Gebiet der DNA-Sequenzierung ermöglicht solche spektakulären Einblicke in die Vielfalt der Mikrobiome. „Vor rund 15 Jahren mussten Bakterien mühsam und langwierig im Labor kultiviert werden, um überhaupt nachweisbar zu sein. Damit konnten wir nur einen verschwindend geringen Teil, nämlich weniger als drei Prozent, der tatsächlichen bakteriellen Vielfalt erfassen“, berichtet Berg. Moderne Analysemethoden, die sich der Hochdurchsatzsequenzierung der DNA bedienen, machen deutlich: „Mikroorganismen sind überall, selbst in vermeintlich sterilen Umgebungen wie der menschlichen Lunge.“

Zur Studie über übersehene Bakterienvielfalt im Krankenhaus: http://www.nature.com/srep/2013/130311/srep01413/pdf/srep01413.pdf  

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